Klage gegen Windrad abgewiesen
Richter lassen Haskenau ans Netz gehen

Münster -

Endlich Klarheit: Das umstrittene Windrad in der Haskenau kann in Betrieb gehen. Das Verwaltungsgericht wies eine Klage eines Anwohners sehr deutlich zurück.

Donnerstag, 07.03.2019, 17:21 Uhr aktualisiert: 07.03.2019, 19:07 Uhr
Das insgesamt 230 Meter große Windrad Haskenau nahe Gelmer darf in Betrieb gehen. Eine Klage gegen das Bauvorhaben wurde zurückgewiesen.
Das insgesamt 230 Meter große Windrad Haskenau nahe Gelmer darf in Betrieb gehen. Eine Klage gegen das Bauvorhaben wurde zurückgewiesen. Foto: Matthias Ahlke

Das Windrad in der Haskenau darf in Betrieb gehen. Das Verwaltungsgericht Münster wies am Donnerstag die Klage eines Anwohners zurück. Richter Dr. Justus Stech zeigte während der mündlichen Verhandlung zwar Verständnis dafür, dass sich der Nachbar von dem 230 Meter hohen Bauwerk subjektiv beeinträchtigt fühle. Objektiv betrachtet, seien die Einwände aber nicht so stichhaltig, als dass man der Klage stattgeben müsse.

Konkret wohnt der Anwohner knapp 700 Meter von dem Windrad entfernt. Drei konkrete Kriterien gibt es laut Gericht für die Zumutbarkeit von Windrädern: Lärmbelastung, Schattenwurf und die „bedrängende Wirkung“. Im vorliegenden Fall würden sich alle drei Kriterien im Rahmen dessen bewegen, was in der heutigen Rechtsprechung als zulässig betrachtet werde.

Frage der Gesundheit

Der Richter deutete an, dass bei der juristischen Bewertung von Windrädern inzwischen auch die Frage nach gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch In­fraschall diskutiert werde. Hier sei die wissenschaftliche Grundlage zur Bewertung aber zu dünn, um eine Berücksichtigung zu finden.

Tapio Klüvener, der Anwalt des Nachbarn, führte gegen das Windrad noch zahlreiche weitere Punkte an, so die Nähe zu dem Vogelschutzgebiet an den Rieselfeldern.

Windrad Haskenau: Der Betonturm steht

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  • Der 120 Meter hohe Betonturm des Windrads Haskenau ist fertiggestellt. Foto: spe
  • Der 120 Meter hohe Betonturm des Windrads Haskenau ist fertiggestellt. Foto: spe
  • Der 120 Meter hohe Betonturm des Windrads Haskenau ist fertiggestellt. Foto: spe
  • Der 120 Meter hohe Betonturm des Windrads Haskenau ist fertiggestellt. Foto: spe
  • Der 120 Meter hohe Betonturm des Windrads Haskenau ist fertiggestellt. Foto: spe
  • Der 120 Meter hohe Betonturm des Windrads Haskenau ist fertiggestellt. Foto: spe
  • Der 120 Meter hohe Betonturm des Windrads Haskenau ist fertiggestellt. Foto: spe
  • Der 120 Meter hohe Betonturm des Windrads Haskenau ist fertiggestellt. Foto: spe

Darüber hinaus listete Klüvener auch Verfahrensfehler der Stadt Münster bei der Überarbeitung des Flächennutzungsplanes auf. Dabei waren sogenannte Windvorrangzonen ausgewiesen worden.

Weitere Klage nicht zugelassen

Das Gericht erklärte daraufhin unmissverständlich, dass es sich im vorliegenden Rechtsstreit ausschließlich um ein „Nachbarstreitverfahren“ handele. Gegenstand der juristischen Überprüfung seien allein die Belange des Nachbarn, nicht die Frage, ob es im Vorfeld der Genehmigung eventuell zu behördlichen Fehlern gekommen sei.

Baustelle Windrad Haskenau

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  • An der Haskenau zwischen Handorf und Gelmer entsteht derzeit Münsters größtes Windrad. Foto: Matthias Ahlke
  • An der Haskenau zwischen Handorf und Gelmer entsteht derzeit Münsters größtes Windrad. Foto: Matthias Ahlke
  • An der Haskenau zwischen Handorf und Gelmer entsteht derzeit Münsters größtes Windrad. Foto: Matthias Ahlke
  • An der Haskenau zwischen Handorf und Gelmer entsteht derzeit Münsters größtes Windrad. Foto: Matthias Ahlke
  • An der Haskenau zwischen Handorf und Gelmer entsteht derzeit Münsters größtes Windrad. Foto: Matthias Ahlke
  • An der Haskenau zwischen Handorf und Gelmer entsteht derzeit Münsters größtes Windrad. Foto: Matthias Ahlke
  • An der Haskenau zwischen Handorf und Gelmer entsteht derzeit Münsters größtes Windrad. Foto: Matthias Ahlke
  • An der Haskenau zwischen Handorf und Gelmer entsteht derzeit Münsters größtes Windrad. Foto: Matthias Ahlke
  • An der Haskenau zwischen Handorf und Gelmer entsteht derzeit Münsters größtes Windrad. Foto: Matthias Ahlke

Aus eben diesem Grund ließ Dr. Stech eine weitere Klage gegen das Bauvorhaben erst gar nicht zu. Kläger war ein Nachbarn, der zwischenzeitlich nach Emsdetten gezogen ist. Da der Kläger nicht mehr im Einzugsbereich des Windrades leben, sei damit die Klage auch nicht mehr zulässig.

Verzicht auf Urteilsbegründung

Insgesamt waren zunächst vier Klagen gegen das Windrand eingereicht worden. Zwei Klagen wurden nach einem ersten Ortstermin bereits zurückzogen, am Ende kam es dann nur noch zu „einem“ Urteil.

Da der Richter bereits während der Verhandlung die Ausweglosigkeit der Klage deutlich unterstrich, verzichtete er am Ende auf eine mündliche Urteilsbegründung.

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