Sehnsucht nach Alltag
Lehrerin des Annette-Gymnasiums kümmert sich um Kriegsflüchtlinge

Münster -

Ihr Sabbatjahr hat Henrike Quest nach Uganda geführt. In dem Partnerdorf des Annette-Gymnasiums, Obiya Palaro im Norden Ugandas, kümmert sie sich um Kriegsflüchtlinge aus dem Südsudan.

Freitag, 08.03.2019, 09:00 Uhr
Ausgelassen spielt Henrike Quest, Lehrerin am Annette-Gymnasium, mit den Flüchtlingskindern aus dem Südsudan. Die Gemeinde St. Mauritz im Dorf Obiya Palaro im Norden Ugandas hat 32 Kinder aus dem Nachbarland aufgenommen.
Ausgelassen spielt Henrike Quest, Lehrerin am Annette-Gymnasium, mit den Flüchtlingskindern aus dem Südsudan. Die Gemeinde St. Mauritz im Dorf Obiya Palaro im Norden Ugandas hat 32 Kinder aus dem Nachbarland aufgenommen. Foto: Uganda-Hilfe St. Mauritz

Wenn Henrike Quest nach den Sommerferien ans Annette-Gymnasium zurückkehrt, hat sie eine Menge zu erzählen. Das Sabbatjahr der Mathematik- und Pädagogiklehrerin hat sie unter anderem zur Gemeinde St. Mauritz in Obiya Palaro im Norden Ugandas geführt. Das Annette-Gymnasium ist mit dieser Gemeinde eine Partnerschaft eingegangen.

„Nach meinem Abitur war ich in einem Hilfsprojekt in Kenia, und seitdem ist meine Liebe zu dem Kontinent nicht abgebrochen.“ In Kenias Nachbarland Uganda war Quest jetzt beteiligt, als in St. Mauritz ein sehr ehrgeiziges Projekt umgesetzt wurde. Die Kirchengemeinde nahm 32 Flüchtlingskinder aus dem Südsudan auf.

Hilfe für Kinder

Die Kinder stammen aus einem Flüchtlingslager rund 70 Kilometer nördlich von Obiya Palaro. Im Zuge der Bürgerkriegswirren wurden die Kinder von ihren Eltern getrennt und sind jetzt auf sich allein gestellt. Untergebracht sind sie in einem Übernachtungsgebäude, das der Schule zugeordnet ist. Das Haus teilen sich die Kinder mit Schülern aus dem Umland, für die der Schulweg nach St. Mauritz zu weit ist.

In einer Mail aus Obiya Palaro schreibt Henrike Quest: „Es bedrückt natürlich, wenn die Kinder von ihren Erfahrungen im Krieg und auf der Flucht berichten.“ Zum Hintergrund: Im Südsudan tobt ein heftiger Bürgerkrieg, Hunderttausende sind in den Norden Ugandas geflüchtet. Quest weiter: „Aber ich finde es ebenso beeindruckend, dass einige Kinder schon so weit sind, über diese Erfahrungen reden zu können.“ Die Kirchengemeinde und die Dorfbewohner seien bemüht, den Kindern „ihren Alltag und ein Stück Normalität“ zurückzugeben. Stundenlang werde derzeit auf dem Fußballplatz gespielt. Die beiden Fußbälle, die die Lehrerin aus Münster spendierte, „befinden sich im Dauereinsatz“.

Neue Spendenaktion  

Im engen Kontakt steht Henrike Quest mit Ulrich Schmitz-Hövener von der Uganda-Hilfe St. Mauritz in Münster. Das Hilfswerk baut seit 30 Jahren die Infrastruktur in dem Dorf auf und hat jetzt eine neuerliche Spendenaktion gestartet, um Geld für die Flüchtlingskinder zu sammeln. Ihr Ansprechpartner ist dabei Cyprian Odongo, der Pfarrer in Obiya Palaro. Einige Tausend Euro werden benötigt, um für die Kinder Kleidung, Schulutensilien und Hygieneartikel (Seife, Zahnbürsten und mehr) kaufen zu können. Auch übernimmt die Kirche die Kosten für die Ernährung der Kinder.

Wer spenden möchte (bitte Stichwort „Flüchtlingskinder Südsudan“ angeben), findet konkrete Hinweise auf der Homepage der Uganda-Hilfe St. Mauritz.

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