Vortragsreihe "Abendvisite"
Strahlentherapie macht enorme Fortschritte

Münster -

Die Strahlentherapie ist auf dem Vormarsch: Prof. Dr. Hans Theodor Eich erklärt am 19. März (18 Uhr) im Rahmen der Vortragsreihe „Abendvisite“, wie Organe durch Strahlentherapie erhalten werden können und welchen Einfluss die Therapie auf die Lebensqualität von Tumorpatienten hat. Und wie das die Karriere von US-Schauspieler Michael Douglas gerettet hat.

Freitag, 08.03.2019, 13:05 Uhr aktualisiert: 08.03.2019, 13:19 Uhr
Prof. Dr. Hans Theodor Eich
Prof. Dr. Hans Theodor Eich Foto: Roberto Schirdewahn/UKM

Vor einigen Jahren wurde bei dem US-Schauspieler Michael Douglas ein weit fortgeschrittener Kehlkopfkrebs diagnostiziert. „In Deutschland wäre er wahrscheinlich operiert worden und hätte seinen Kehlkopf verloren“, sagt Prof. Dr. Hans Theodor Eich, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Uniklinikums Münster (UKM). Das hätte wohl das Ende für die Schauspielkarriere des Oscar-Gewinners bedeutet. Weil Douglas aber in den USA mit einer Strahlentherapie – oder genauer: einer Radiochemotherapie – behandelt wurde, verschwand der Krebs. Es dauerte nicht lange bis er wieder vor der Kamera stand.

Anhand solcher und weiterer Beispiele erklärt Eich am 19. März (18 Uhr) im Rahmen der Vortragsreihe „Abendvisite“, wie Organe durch Strahlentherapie erhalten werden können und welchen Einfluss die Therapie auf die Lebensqualität von Tumorpatienten hat.

Rasante technische Entwicklung

Das Verfahren habe in den letzten Jahren eine enorme technische Entwicklung genommen, erzählt Eich. „Durch ausgereiftere Schnittbildgebung ist die Bestrahlung deutlich präziser geworden. Man kann Tumore heute besser lokalisieren“, sagt der Mediziner.

Eich verfügt im UKM und in einer Dependance im St.-Franziskus-Hospital über neueste Medizintechnik, mit der sich die Fortschritte in der Strahlentherapie umsetzen lassen. Zum Einsatz kommt sie vor allem bei Lymphdrüsenkrebs, Prostatakrebs und kleinen Lungenkrebsen. Aber auch bei gutartigen Tumoren, etwa an den Hirnhäuten oder am Hörnerv sowie palliativ zur Verbesserung der Lebensqualität ist das Verfahren eine Alternative zum chirurgischen Eingriff, erklärt Eich.

In einer interdisziplinären Tumorkonferenz bespreche man für jeden Patienten, ob ein chirurgischer Eingriff oder eine Strahlentherapie, möglicherweise in Kombination mit einer Chemotherapie oder Immuntherapie, die bessere Methode ist. „Die Erfolgschancen beider Verfahren liegen mittlerweile gleichauf – bei moderateren Nebenwirkungen bei der Strahlentherapie“, sagt Eich.

Abendvisite 2019: Termine

Veranstaltungsort: Domplatz 1-3, Regierungspräsidium, Saal 1, Beginn: 18 Uhr (Einlass: ab 17.30 Uhr), Eintritt: 5 Euro 

19. März: Organerhalt durch Strahlentherapie – Einfluss auf die Lebensqualität von Tumorpatienten, Prof. Dr. Hans Theodor Eich; Anmeldung unter Telefon 8 34 73 84, oder per Mail an Martina.koenig@ukmuenster.de

2. April: Chirurgie 4.0 – neues Denken und neue Konzepte in der Chirurgie, Prof. Dr. Andreas Pascher; Anmeldung unter Telefon 8 35 63 47, oder per Mail an helga. kamberg@ukmuenster.de 

16. April: Wenn das Blut am falschen Ort gerinnt - Thrombose und Lungenembolie, Prof. Dr. Rolf Mesters; Anmeldung unter Telefon 8 34 75 95, oder per Mail an mechthild.bertels@ukmuenster.de 

7. Mai: Undichte oder zu enge Klappen, Löcher im Herzen – eine optimale Behandlung erfordert kardiologisch-herzchirurgische Teamarbeit, Prof. Dr. Helmut Baumgartner und Prof. Dr. Sven Martens; Anmeldung unter Telefon 8 34 61 25, oder per Mail an melanie. langener@ukmuenster.de 

21. Mai: Wenn der Vorfuß schmerzt – Halux valgus und Zehenverschleiß, Prof. Dr. Robert Rödl; Anmeldung unter Telefon 8 34 79 09, oder per Mail an esther.dasilvasantos@ukmuenster.de 

4. Juni: Erkrankungen der Hauptschlagader – vom Screening bis zur Therapie, Prof. Dr. Alexander Oberhuber; Anmeldung unter Telefon 8 34 57 81, oder per Mail an elina.wilhelm@ukmuenster.de

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