Angebot in St. Mauritz
Den Sonntag in Geselligkeit genießen

Münster -

Große Bereicherung: Zwei gesundheitlich gehandicapte Menschen, denen es zu Hause zu langweilig wurde, engagieren sich in einem Nachbarschaftstreff für die Geselligkeit vieler. Und das stößt auf großes Interesse.

Samstag, 09.03.2019, 14:00 Uhr
Adnan Ali, Martina Kittner und Sebastian Philipper (v.l.) freuen sich, dass es gelungen ist, mit dem Sonntagscafé ein weiteres Angebot in der Alten Apotheke zu etablieren.
Adnan Ali, Martina Kittner und Sebastian Philipper (v.l.) freuen sich, dass es gelungen ist, mit dem Sonntagscafé ein weiteres Angebot in der Alten Apotheke zu etablieren. Foto: Björn Meyer

Auf den ersten Blick könnte man meinen, Martina Kittner und Adnan Ali hätten nicht viel gemeinsam. Auf der einen Seite das „Meenzer Mädche“, das im Lehramtsstudium nach Münster kam und wild und schnell erzählt. Auf der anderen Seite der ruhige Mann aus dem Irak, der 1996 nach Deutschland zog und erst einmal zuhört.

Und doch verbindet die beiden viel. Mehr noch, als sie selber lange wussten, denn die beiden 50-Jährigen sind durch Krankheiten, wenn auch ganz unterschiedliche, gehandicapt. Beide können nicht mehr das machen, was sie eigentlich möchten. Die ehemalige Lehrerin für Mathematik und Französisch leidet an Multipler Sklerose und Epilepsie, Adnan Ali hat Probleme mit dem Herzen und seiner Wirbelsäule. Einer geregelten Arbeit können beide nicht mehr nachgehen.

Langeweile wird zu Engagement

Was für die Betroffenen selbst eine große Bürde ist, ist für andere Menschen jetzt eine große Bereicherung. Denn ihre Langeweile setzen Ali und Kittner nun in Engagement für andere um. Zusammen organisieren die beiden seit November vergangenen Jahres ein Mal im Monat ein Sonntagscafé für alle, die sonntags ein wenig Geselligkeit gebrauchen können. „Nicht nur vor dem Fernseher zu sitzen, sondern Lebendigkeit genießen, lachen und Kuchen zu essen: Das wollen wir gerne ermöglichen“, sagt Martina Kittner.

Dabei sei die Premiere des Sonntagscafés, das Kittner zusammen mit einer Praktikantin in der Alten Apotheke in St. Mauritz organisierte, als einmalige Aktion geplant gewesen. Doch der Zuspruch war groß und mit Adnan Ali bald ein weiterer Unterstützer mit im Boot.

Wir hätten doch nie gedacht, dass es so viele werden.

Martina Kittner

„Wir hätten doch nie gedacht, dass es so viele werden“, gibt Martina Kittner offen zu. Einmal seien es bereits bis zu 40 Leute gewesen, die zu Live-Musik in den kleinen Aufenthaltsraum kamen. An Weihnachten gab es Waffeln zu alle. Auch für Kuchen ist gesorgt, wobei jede Sachspende gerne willkommen ist.

Überhaupt: Ali und Kittner betonen, dass längst nicht alle Fäden bei ihnen zusammenlaufen. Neben Sebastian Philipper, Koordinator des Best-Projekts (Bürger engagieren sich im Sozialraum und erfahren Teilhabe) gibt es viele weitere helfende Hände. Zudem soll in Zukunft vermehrt auf Programmimpulse aus der Runde selbst gebaut werden, denn: „Das Gemeinsame soll hier verbinden“, wie Martina Kittner betont.

Zum Thema

Der nächste Termin für das Sonntagscafé ist am 10. März von 15 bis 17 Uhr in der Alten Apotheke an der Wolbecker Straße 304.

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