Bauhaus in Münster: Fritz Levedag
Farbe und Formen neu definiert

Münster -

Vor 100 Jahren wurde in Weimar das Bauhaus gegründet. Heute gilt die bis 1933 bestehende Einrichtung als einflussreichste Bildungsstätte in den Bereichen Architektur, Kunst und Design im 20. Jahrhundert. Unter den Schülern waren auch Münsteraner.

Samstag, 09.03.2019, 12:00 Uhr
Bauhaus in Münster: Fritz Levedag: Farbe und Formen neu definiert
"Die milde Hexe" heißt dieses Werk von Fritz Levedag. Foto: LWL-Museum

Bereits mit 14 Jahren begeistert sich der 1899 in Münster geborene Fritz Levedag für Kunst. Doch zunächst muss er in den Ersten Weltkrieg ziehen, erlebt brutale Materialschlachten an der Westfront mit. Danach stehen für ihn die Zeichen auf Neuanfang. Zusammen mit seinen Freunden beschäftigt er sich mit Plato, Schopenhauer, Buddha und Leonardo da Vinci, bevor er in Stuttgart und München Kunst studiert. Dort trifft er auf bedeutende Künstler wie Ferdinand Hodler und Emil Nolde, die ihn in seinem Entschluss, Künstler zu werden, bestärken.

1924 wechselt Levedag an die Staatliche Kunstakademie in Düsseldorf, wo er 1925 mit Werken von Paul Klee und Wassily Kandinsky konfrontiert wird. „Heute sehe ich mich noch voller Erregung vor diesen Bildern“, schreibt Levedag 20 Jahre später. „Ich ging nach Hause und dachte nach, grübelte und zerbrach mir den Kopf. Am nächsten Morgen brach für mich die Revolution aus.“

Klee wird zu seinem Freund

1926 geht er zum Bauhaus in Dessau, belegt Kurse bei Klee, Moholy-Nagy, Kandinsky. Die Farbstudien, die er in dieser Zeit entwickelt, versuchen, die malerische Lyrik Klees mit der Abstraktion Kandinskys zu verbinden, schreiben Kenner seines Werks später. Klee wird zu seinem Freund und Gesprächspartner.

Bis 1928 bleibt Levedag hier, dann wechselt er als Architekturzeichner in das Büro von Walter Gropius in Berlin. 1930 und 1931 arbeitet er als freier Maler in der Hauptstadt, stellt in der berühmten Galerie „Der Sturm“ aus.

Nazis erteilen Malverbot

Nach Aufenthalten in Münster und Paris und einer Ausstellung im Essener Folkwang-Museum erhält er 1937 von den Nazis Malverbot. Nach dem Krieg will er nach Kanada auswandern, erkrankt jedoch plötzlich schwer. 1951 starb Levedag in Wesel.

Er hinterlässt viele Gemälde und Zeichnungen, einige befinden sich heute im Landesmuseum am Domplatz. Seine Definitionen einer ästhetischen Form- und Farbenlehre gelten bis heute als wegweisend.

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