Schüler aus Münster gestalten Workshops in Namibia
Bildungsarbeit hautnah

Münster -

Schüler des Schillergymnasiums, der Friedensschule und Vertreter des Theaters Cactus und des Vereins „skate aid“ haben in Namibia in zwei Schulen Workshops veranstaltet und spannende Erfahrungen gemacht.

Freitag, 08.03.2019, 22:00 Uhr
Super fanden die Schüler und Lehrer der beiden münsterischen Unesco-Schulen Schillergymnasium und Primusschule ihre dreiwöchige Workshop-Arbeit in Windhoek in Namibia.
Super fanden die Schüler und Lehrer der beiden münsterischen Unesco-Schulen Schillergymnasium und Primusschule ihre dreiwöchige Workshop-Arbeit in Windhoek in Namibia. Foto: hö

Im Unterricht von anderen Ländern und Kulturen zu erfahren, ist eine nette Sache – es hautnah im Umgang mit den dort lebenden Menschen zu erleben, ist hingegen aufregend, inspirierend und Früchte tragend, wie die jüngste dreiwöchige Projektreise nach Namibia zeigt. Eine 48-köpfige inklusive Gruppe aus NRW mit Schülern des Schillergymnasium, der Primusschule, Vertretern des Vereins „skate aid“ und „Cactus Junges Theater“ sind gerade aus dem südwestafrikanischen Land zurück und voller Erzählfreude.

„Es war spannend, mit Gehörlosen zu arbeiten. Sie haben uns das Alphabet in Gebärdensprache beigebracht. Es gab keine Berührungsängste, und wir sind sehr freundlich aufgenommen worden“, berichtet Johanna Nolle aus der neunten Klasse der Primusschule. Sie war 2016 in das vor Jahren vom Schillergymnasium initiierte Austauschprojekt über den Verein „The Global Experience“ eingestiegen.

Tischtennisplatten und Schläger gebaut

Beim jüngsten Austausch in Windhoek, der Hauptstadt von Namibia, wurden Workshops in einer weiterführenden Schule und einer Sonderschule für Gehörlose organisiert. „Wir haben gemeinsam Tischtennisplatten und Schläger in der Holzwerkstatt produziert“, erzählt Matthew. „Wir haben Fußball gespielt und den Skaterpark verschönert.“ Diesen hatte der Verein „skate aid“ im Jahr zuvor angelegt.

Projekte, die nicht als entwicklungspolitische Einbahnstraße laufen sollen, sondern als gegenseitiges Geben und Nehmen. „Wir wollen einen Austausch auf Augenhöhe“, wie Förderschullehrer Kai Nolting betont. Das Ziel der jährlich durchgeführten Schüleraustausche zwischen Münster und Namibia bringt Christoph Lammen, Lehrer am Schiller und zugleich stellvertretender Landeskoordinator der Unesco-Schulen, auf den Punkt: „Die Schüler erhalten die Chance, internationale Erfahrungen zu sammeln, nicht nur als Touristen, sondern in Projekten, in denen man sich gemeinsam neuen Aufgaben stellt.“ Und viele dieser Schüler, weiß Lammen, „gehen später auch beruflich in solch internationale Richtungen“.

Es macht einfach Spaß, mit Menschen aus einer anderen Kultur und mit anderer Mentalität zu arbeiten.

Marion Rinke

Apropos aktuelle Herausforderungen: Bei Theaterworkshops in Namibia „haben wir uns auch mit Nachhaltigkeitszielen, Armut und Bildung auseinandergesetzt“, ergänzt Barbara Kemmler, Leiterin des Theaters Cactus. Richtig politisch wurde es schließlich bei einem Treffen mit dem Verhandlungsführer der deutsch-namibischen Versöhnungsverhandlungen. „Ein Highlight“, sagt Marion Rinke aus der Q1 am Schiller. Und: „Es macht einfach Spaß, mit Menschen aus einer anderen Kultur und mit anderer Mentalität zu arbeiten.“

Zum Thema

Kurzvideos auf Youtube geben einen Überblick über die Arbeit des Vereins „Global Experience“ unter www.youtube.com/watch?v=mpnMnTFqinw

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