Sturmtief „Dragi“ zieht über Münster hinweg
Böen, Regen und Hagel – Zugreisende stranden am Hauptbahnhof

Münster -

Weltuntergangsstimmung am Samstag: Sturmtief „Dragi“ machte sich in Münster bemerkbar. Auch am Sonntag blieb es böig - und die Feuerwehr entspannt.

Sonntag, 10.03.2019, 16:15 Uhr aktualisiert: 11.03.2019, 07:01 Uhr
An der Promenade in Höhe des Adolph-Kolping-Berufskollegs hat Sturmtief „Dragi“ am Samstag einige Bäume erlegt. Auf dem gesamten Grüngürtel lagen kleine Äste verstreut am Boden.
An der Promenade in Höhe des Adolph-Kolping-Berufskollegs hat Sturmtief „Dragi“ am Samstag einige Bäume erlegt. Auf dem gesamten Grüngürtel lag Astwerk verstreut am Boden. Foto: Dirk Anger

Sturmböen, starke Regenfälle und Hagel: Vor allem im Norden des Stadtgebiets herrschte am Samstagnachmittag Weltuntergangsstimmung durch Sturmtief „Dragi“. Und am Sonntag zogen ebenfalls teils heftige Böen, ausgelöst von Tief „Eberhard“, über Münster hinweg. Viel Trubel herrschte am Hauptbahnhof, wo der Sturm den Fahrplan des Fernverkehrs ordentlich durcheinander gewirbelt hatte und sich Reisende neue Verbindungen suchen mussten.

Die Feuerwehr verzeichnete am Sonntagnachmittag binnen drei Stunden 16 Einsätze – überwiegend im südlichen Stadtgebiet, insgesamt waren es an diesem Tag bis zum Abend 21. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit 90 Einsatzkräften aus neun Löschzügen der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr im Einsatz.

Umgestürzte und entwurzelte Bäume beschäftigten die Einsatzkräfte ebenso wie lockere Dach- und Fassadenteile, die von Gebäuden herabzustürzen drohten. Zudem wurde eine Straße unterspült.

Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.

Bernhard Voges

Von Freitagabend bis Samstag waren an der Leitstelle am York-Ring nur elf sturmbedingte Einsätze aufgelaufen. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, meinte Bernhard Voges vom Lagedienst am Sonntagmittag. Abends bilanzierte Dezernent Heuer: „Die Sturmfront hat Münster nur gestreift, im Vergleich zum restlichen NRW haben wir eine relativ übersichtliche Schadenslage.“

Vereinzelt Dachpfannen, vermehrt aber Äste der Bäume wurden durch den Sturm in Mitleidenschaft gezogen. Der wohl spektakulärste Einsatz, an dem auch der Löschzug Kinderhaus der Freiwilligen Feuerwehr beteiligt war, ereignete sich auf der Promenade zwischen Kanalstraße und Hörsterstraße. Dort waren Bäume am Adolph-Kolping-Berufskolleg umgeknickt. Die Feuerwehr sperrte den Bereich ab, auch eine Drehleiter kam zum Einsatz. Einen entsprechenden Einsatz hatte der Löschzug Kinderhaus nach eigenen Angaben erst vor zwei Wochen geübt. Auch im Nordpark war eine große Krone eines Baums offenbar dem Sturm zum Opfer gefallen.

Hunderte Reisende saßen teils bis zum Abend fest

Am Hauptbahnhof saßen Hunderte Reisende teils bis zum Abend fest und kamen nicht weiter. „ICE Hamburg 90 Minuten später“ etwa hieß es an der Infotafel im Hauptbahnhof. Auf den Bahnsteigen waren zunächst noch Ankündigungen für Fernstrecken zu lesen. Dann der Schreck für alle, die weiter wollten: „Sturmtief Eberhard. Zugbetrieb in NRW eingestellt“, hieß es auf der großen Anzeigetafel in der Haupthalle.

„In NRW dreht sich im Moment kein Rad“, sagte eine Bahnsprecherin am Nachmittag auf Anfrage. „Um 15.15 Uhr wurde der Fernverkehr in NRW eingestellt und um 16.03 Uhr der Regionalverkehr. Alle Züge, die das Bundesland durchqueren müssen, bleiben außerhalb stehen und müssen warten.“ Am Reisezentrum bildeten sich lange Schlangen. In Amelsbüren wurde ein Personenzug evakuiert, weil ein umgefallener Baum die Strecke Münster-Dortmund blockierte. Verletzt wurde dabei niemand.

Sturmtief „Dragi“ und „Eberhard“ fegen über Deutschland

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  • 10.03.2019, Rheinland-Pfalz, Bitburg: Teile einer Dachabdeckung hängen an der Stadthalle. Ein Sturm war über die Stadt hinweggezogen.

    Foto: Harald Tittel//dpa
  • 10.03.2019, Hessen, Frankfurt/Main: Eine heftige Sturmböe lässt die Haare einer Frau wehen.

    Foto: Boris Roessler
  • 10.03.2019, Hessen, Frankfurt/Main: Heftige Sturmböen erfassen den Schirm einer Frau, die gemeinsam mit anderen Passanten an einer Ampel wartet.

    Foto: Boris Roessler/dpa
  • 10.03.2019, Hessen, Frankfurt/Main: Eine Frau schiebt einen Kinderwagen durch den aufgepeitschten Regen.

    Foto: Boris Roessler
  • 10.03.2019, Nordrhein-Westfalen, Bochum: Ein Baum, der durch den Sturm Dragi umgestürzt wurde, liegt auf einem Metallzaun. Sturmtief «Dragi» hat in einigen Regionen Nordrhein-Westfalens große Schäden verursacht, die Feuerwehr musste zu Hunderten Einsätzen ausrücken.

    Foto: Caroline Seidel/dpa
  • 09.03.2019, Nordrhein-Westfalen, Bochum: Einsatzkräfte der Feuerwehr räumen auf der Autobahn 40 in Bochum (Nordrhein-Westfalen) einen durch den Sturm Dragi umgestürzten Baum von der Fahrbahn.

    Foto: ---/Feuerwehr Bochum/dpa
  • 09.03.2019, Nordrhein, Ahlen: Einsatzkräfte der Feuerwehr sägen in Ahlen einen umgestürzten Baum in einer Hauseinfahrt klein.

    Foto: Feuerwehr Ahlen/dpa
  • 09.03.2019, Nordrhein-Westfalen, Gelsenkirchen: Autos fahren langsam durch eine tiefe Pfütze die sich durch Starkregen auf einer Straße gebildet hat.

    Foto: Caroline Seidel/dpa
  • 09.03.2019, Nordrhein-Westfalen, Gelsenkirchen: Ein Auto fährt langsam durch eine tiefe Pfütze die sich durch Starkregen auf einer Straße gebildet hat.

    Foto: Caroline Seidel/dpa
  • 09.03.2019, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Dunkle Wolken ziehen über den Fernsehturm und über das Hochhaus GAP 15 hinweg. Mit Sturmböen und Gewitter hat Sturmtief Dragi am Samstagnachmittag in Nordrhein-Westfalen für Probleme im Bahnverkehr und auf den Straßen gesorgt.

    Foto: Marc Herwig/dpa
  • Das Sturmtief "Eberhard" brachte kalte Luft mit und sorgte in einigen Teilen Deutschlands am Montagmorgen für Schneetreiben, so wie hier in Sachsen-Anhalt. Auch mit Glätte war zu rechnen.

    Foto: dpa
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