SPD zum Thema Wohnen
„Universität steht Studenten im Weg“

Münster -

Die SPD kritisiert, dass beim studentischen Wohnungsbau zu wenig passiert. Dass dringend bezahlbarer Wohnraum benötigt werde, stehe für alle außer Frage. Doch wenn es an die Umsetzung gehe, erweise sich schnell, „dass Wohnen nur ein Thema für Sonntagsreden ist“.

Dienstag, 12.03.2019, 22:00 Uhr
 SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung
 SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung Foto: Matthias Ahlke

Die SPD fordert von der Stadt, der Bundesanstalt für Immobilien (Bima) und dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW, beim Thema Wohnen gemeinsam an einem Strang zu ziehen – „und nicht gegeneinander zu arbeiten“, so Fraktionschef Dr. Michael Jung am Dienstag.

Nach seiner Einschätzung sind sich theoretisch alle einig, dass es mehr bezahlbaren Wohnraum geben muss – „aber nur theoretisch“. Bei der praktischen Umsetzung zeige sich hingegen schnell, „dass Wohnen nur ein Thema für Sonntagsreden ist“.

"Das ist paradox"

Jung nennt mehrere Beispiele, wo es aus Sicht der SPD – bislang – alles andere als gut gelaufen ist. So wäre es nur konsequent gewesen, im schon vor Jahren freigezogenen früheren Finanzamt an der Münzstraße Wohnungen für Studenten zu schaffen. „Doch dann wurde so lange gewartet, bis jemand um die Ecke kommt, der einen Büroflächenbedarf anmeldet.“ In diesem Fall unter anderem die Universität, was Jung ganz besonders wurmt. „Die Universität steht beim Thema Wohnraum den Studierenden im Weg. Das ist paradox.“ Sein Appell: „Die Uni-Leitung muss sich endlich dem Wohnraum-Problem stellen.“

Weiteres Beispiel: Das Studierendenwerk will das Wohnheim am Rudolf-Harbig-Weg vergrößern. Die Stadt wolle eine solche Erweiterung aber nur in begrenztem Umfang genehmigen. „Wohnen muss allem anderem übergeordnet sein“, so Jung.

Ludger Steinmann, planungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, kritisiert, dass die Bima die ehemaligen Briten-Häuser am Gasometer Zollschülern zur Verfügung stellen will – „dabei könnten dort 400 Studenten wohnen“. Die Stadt hätte ihr Vorkaufsrecht für die Häuser nutzen sollen – „doch die Bima bremste sie aus“.

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