Boulevard zeigt Gesellschaftssatire „Willkommen bei den Hartmanns“
Flüchtling spielt Flüchtling

Münster -

Es ist eine Typenkomödie und Gesellschaftssatire, also bester Stoff fürs Boulevard. Kein Wunder, dass Angelika Ober überglücklich ist, die Aufführungsrechte ergattert zu haben, als zweites Theater in Deutschland. Doch damit nicht genug: Für ihre Inszenierung von „Willkommen bei den Hartmanns“ hat sie sogar eine authentische Besetzung gefunden. Den Flüchtling spielt ein Flüchtling.

Dienstag, 12.03.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 19:40 Uhr
Die Hartmanns (v.l.): Jonathan Steinbiß als Basti, Angelika Ober als Angelika Hartmann, Roland Heitz als Dr. Richard Hartmann, Ahmad Dimassi als Ahmad, Tilman Rademacher als Philipp Hartmann, Miriam Hornik als Sofie Hartmann und Stefan Naszay als Dr. Tarek Berger.   Die Hartmanns (v.l.): Jonathan Steinbiß als Basti, Angelika Ober als Angelika Hartmann, Roland Heitz als Dr. Richard Hartmann, Ahmad Dimassi als Ahmad, Tilman Rademacher als Philipp Hartmann, Miriam Hornik als Sofie Hartmann und Stefan Naszay als Dr. Tarek Berger.
Die Hartmanns (v.l.): Jonathan Steinbiß als Basti, Angelika Ober als Angelika Hartmann, Roland Heitz als Dr. Richard Hartmann, Ahmad Dimassi als Ahmad, Tilman Rademacher als Philipp Hartmann, Miriam Hornik als Sofie Hartmann und Stefan Naszay als Dr. Tarek Berger.   Die Hartmanns (v.l.): Jonathan Steinbiß als Basti, Angelika Ober als Angelika Hartmann, Roland Heitz als Dr. Richard Hartmann, Ahmad Dimassi als Ahmad, Tilman Rademacher als Philipp Hartmann, Miriam Hornik als Sofie Hartmann und Stefan Naszay als Dr. Tarek Berger. Foto: Gerhard H. Kock

Die gleichnamige Filmkomödie von 2016 greift die emphatische „Willkommenskultur“ von 2015 auf. Simon Verhoeven erzählt von einer wohlhabenden Arztfamilie mit allerlei Wohlstandsproblemen. Die von ihm genehmigte Text-Version für Münsters Boulevard hat Pitt Pittermann geschrieben. Mutter Angelika fasst spontan den Entschluss, einen Flüchtling aufzunehmen, was eine Welle kurioser, skurriler, amüsanter, überhaupt lustiger Situationen hervorbringt, die allesamt die Schwierigkeiten des Lebens aller Beteiligter auf charmante Weise aufdecken.

Neben bewährten Ensemble-Mitgliedern gibt es neue Gesichter: Der Münsteraner Tilman Rademacher springt für Magnus Heithoff ein. Jonathan Steinbiß kommt frisch von der Schauspielschule Hamburg (ausgezeichnet mit dem Exzellenz-Siegel des Verbandes deutschsprachiger privater Schauspielschulen). Und mit Ahmad Dimassi ist Angelika Ober ein besonderer Glücksgriff gelungen. Der 23-Jährige verfügt nicht nur über Schauspielerfahrung am ­Atheater Münster, sondern kennt als Flüchtling die Situation von Menschen, die sich plötzlich in einer fremden Kultur zurechtfinden müssen. Im Stück kommt er aus Syrien, aber seine Heimat Libanon war auch gefährlich. Mit seinen Eltern und einem jüngeren Bruder floh Ahmad direkt nach seinem Abitur über Türkei und Spanien nach Deutschland, wo er über die Odyssee Karlsruhe, Unna, Dortmund und Hemer schließlich in Münster-Angelmodde landete. Zwischendurch hat er mit seiner Familie in Hallen gelebt: „Das war ein Schock.“ Dort erfuhr er auch einige der fürchterlichen Geschichten, die Gleichaltrige auf ihrem Weg in Sicherheit erlitten haben.

Für Ahmad Dimassi erfüllt sich mit der Hauptrolle im Boulevard ein Traum. Bereits als Kind träumte er von der Unterhaltungsbranche: Wrestling. Nach dem Boulevard will sich der kräftige junge Mann sogar an der „wXw Wrestling Academy“ in Essen bewerben, um eine Profi-Karriere zu starten.

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Die Premiere ist am Freitag (15. März) um 20 Uhr im Boulevard, Königspassage. Karten gibt es unter ' 414 04 00.

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