Öffnung für den Autoverkehr nicht mehr geplant
Stadtbaurat verzichtet auf Theodor-Scheiwe-Straße

Münster -

Die Verkehrsplanung am Hafen erfolgt auf einer neuen Basis: Die Stadt Münster verzichtet darauf, auf eine Wiedereröffnung der gesperrten Theodor-Scheiwe-Straße zu drängen und plant ohne sie.

Samstag, 16.03.2019, 15:00 Uhr
Die private Theodor-Schweiwe-Straße ist gesperrt.
Die private Theodor-Schweiwe-Straße ist gesperrt. Foto: Günter Benning

Das mit Spannung erwartete Ratspapier trägt den Titel „Fortschreibung Masterplan Stadthäfen Münster“. Verabschiedet werden soll es in der Ratssitzung am 22. Mai. Nachdem sich die Hafenplanung in den vergangenen Monaten sehr stark auf den Streitfall Hafencenter konzentriert hat, will Stadtbaurat Robin Denstorff, wie er jüngst wiederholt betonte, „wieder das gesamte Hafengebiet in den Blick nehmen“.

Für eben dieses gesamte Areal soll am 22. Mai eine ganz zentrale Entscheidung festgezurrt werden: Die Stadt Münster verabschiedet sich von dem Ziel, die derzeit gesperrte Theodor-Scheiwe-Straße wieder zu öffnen und als zentrale Pkw-Achse, als Verbindung des Albersloher Wegs mit dem Bereich Schillerstraße / Lütkenbecker Weg, zu nutzen.

Weitreichende Konsequenzen

Im Verwaltungsdeutsch wird der Abschied so formuliert: „Für laufende und kommende Bauleitverfahren im Bereich der Stadthäfen wird die Perspektive zugrunde gelegt, dass die Theodor-Scheiwe-Straße nicht für den motorisierten Individualverkehr durchgebunden wird.“

Diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für die Planungen auf dem alten Osmo-Gelände (Investitionsvorhaben LVM, Kuhr, Deilmann sowie Kresing). Darüber hinaus wird damit aber mit dieser Entscheidung auch festgelegt, dass eine perspektivisch neue Nutzung der Industrieflächen östlich des Dortmund-Ems-Kanals (im Bereich der Hallen von Peter Scheiwe sowie des Cordes-Firmengeländes) nur über den Albersloher Weg erschlossen wird.

Reaktion auf negatives Gerichtsurteil

Begründet wird das Vorgehen der Stadt damit, dass seit der Sperrung der privaten Theodor-Scheiwe-Straße das Verkehrsaufkommen auf dem südlichen Teil der Schillerstraße deutlich gesunken sei. Dieses Niveau soll auch niedrig bleiben, um die Achse Schillerstraße / Lütkenbecker Weg als Fahrradstraße ausbauen zu können. Darüber hinaus brauchen die Stadtplaner auf der Schillerstraße noch Luft nach oben, um die geplanten neuen Nutzungen auf dem Osmo-Gelände (unter anderem Wohnungen und Büros) erschließen zu können, ohne die Schillerstraße zu überlasten.

Die Theodor-Scheiwe-Straße wurde im Dezember 2015 nach einem langen Streit zwischen der Stadt und dem privaten Eigentümer gesperrt. Mit der jetzt formulierten Absage reagiert die Stadt auch auf das negative Gerichtsurteil zum Hafencenter.

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