Seniorin lobt Feuerwehr
Dankeschön: Eine Frau, ein Wort

Münster -

Erst aus der Wohnung fliehen müssen und später im Krankenhaus gelandet. Doch statt sich darüber zu ärgern, lobt die 86-jährige Elisabeth Frischmann lieber den Einsatz der Feuerwehr bei einer Bombenentschärfung. Damit erfüllt sie etwas verspätet ein Versprechen.

Sonntag, 17.03.2019, 21:30 Uhr aktualisiert: 18.03.2019, 06:44 Uhr
Elisabeth Frischmann
Elisabeth Frischmann Foto: Ahlke

Anfang des Monats wurde an der Mondstraße eine amerikanische 500-Kilo-Bombe entschärft. Die Arbeiten gerieten leicht in Verzug, weil einige Münsteraner die Geduld der Einsatzkräfte auf die Probe stellten und zunächst nicht ihre Wohnungen im Evakuierungsbereich verließen. Die üblichen Probleme, wie Feuerwehrsprecher Jörg Rosenkranz gegenüber unserer Zeitung äußerte.

Doch es gibt auch weit weniger renitente Münsteraner. Elisabeth Frischmann zum Beispiel. Die 86-Jährige, deren Tochter während der Evakuierung im Ausland weilte, bekam von ihrem Enkel den entscheidenden Hinweis. „Oma, du musst aus deiner Wohnung raus“, habe er am Telefon gesagt, erinnert sich die freundliche Dame. Die Aufregung in Kombination mit einer Sehbehinderung setzte Frischmann zu. Das bemerkten auch die Feuerwehrkräfte, die sich ihrer prompt annahmen. Ihnen möchte Elisabeth Frischmann jetzt danken. „Man hat mich in den Arm genommen und sich um mich gekümmert.“ Letztlich brachte ein Einsatzfahrzeug der Johanniter Elisabeth Frischmann zur eingerichteten Betreuungsstelle.

Für ihre netten Umgangsformen wollte Frischmann der Feuerwehr zunächst eigentlich ein paar Euro in die Kaffeetasse werfen. Doch die Einsatzkräfte lehnten dankend ab. „Wenn Sie wirklich etwas für uns tun möchten, dann schreiben Sie doch einen Leserbrief“, hatte Sprecher Rosenkranz der älteren Dame beim Abschied wohl mehr im Scherz mit auf den Weg gegeben.

Doch Elisabeth Frischmann wollte Wort halten. Und das war gar nicht so einfach. Einmal, weil sie mit 86 doch keinen Leserbrief mehr schreiben könne, wie sie gegenüber der Redaktion einräumte, andererseits, weil sie nach dem Einsatz, zurück in ihrer Wohnung, verunglückte. „Ich bin gefallen und habe mir den Daumen gebrochen“, erzählt sie.

Doch das Versprechen, das sie der Wehr gegeben hatte, vergaß sie dennoch nicht. „Mal ganz ehrlich, viel wichtiger als mein Daumen ist doch, dass alle anderen Menschen an diesem Tag unverletzt geblieben sind. Dafür möchte ich danke sagen“, so Frischmann.

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