Stadt bietet Nisthilfen an
Die Trafostation: Ein Heim für Eule und Fledermaus

Münster -

Eulen, Falken und Fledermäuse haben es auch nicht leicht: Ruheplätze für Höhlenbrüter in der freien Landschaft sind extrem selten geworden. Die Stadt bietet als Ausweichquartiere alte Trafostationen an.

Montag, 18.03.2019, 16:30 Uhr
Waldkäuze wie dieser nisten in der alten Trafostation im Boniburger Wald in Münster Handorf
Waldkäuze wie dieser nisten in der alten Trafostation im Boniburger Wald in Münster Handorf Foto: dpa/Franziska Kraufmann

Es ist ein ruhiges Plätzchen, gut geschützt, frei stehend und mit bester Aussicht. Der Waldkauz, der in diesem Winter in die alte Trafostation im Boniburger Wald eingezogen ist, weiß die Vorzüge der Unterkunft offenbar zu schätzen. Die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Münster, die den mit Nisthilfen ausgestatteten Umspannturm 2015 von den Stadtwerken übernommen hat, hofft, dass sich in diesem Frühjahr weitere Untermieter einnisten. Platz genug für Turmfalken und Fledermäuse gibt es jedenfalls noch.

Neben der Trafostation im Boniburger Wald kümmert sich die Naturschutzbehörde laut Mitteilung des städtischen Presseamtes auch um die Station an der Straße Nottebrock in Amelsbüren.

Natürliche Brutplätze sind extrem selten geworden

Hintergrund für das städtische Engagement ist die Tatsache, dass natürliche Brut- und Ruheplätze für Höhlenbrüter in der freien Landschaft extrem selten geworden sind. Ein Grund: Alte Bäume und Totholz-Haufen, die geschützte Räume bieten könnten, „werden oft aus Gründen der Sicherheit aus Wäldern entfernt“, schreibt das Presseamt. Auch Spalten und Risse an Fassaden werden heute, zum Nachteil der Fledermäuse, in der Regel schnell abgedichtet.

Umso wichtiger sei es, den Tieren Ersatz anzubieten. Die alten Trafostationen können hier einiges zur Linderung der tierischen Wohnungsnot beitragen: Während beispielsweise der Turmfalke den offenen Platz an der Außenfassade der Station bevorzugt, freut sich die nachtaktive Eule über einen auch tagsüber dunklen Kasten im Innern des Turms.

Bis Ende März Nisthilfen anbringen

Künstliche Nisthilfen seien überall da sinnvoll, „wo Naturhöhlen fehlen“, schreibt die Stadt. „Auch private Gärten und Häuserfassaden bieten viele Möglichkeiten, Nisthilfen beispielsweise für Singvögel aufzuhängen.“

Die Nisthilfen sollten bis Ende März angebracht werden. „Da die Kästen den Tieren aber auch im Winter Zuflucht bieten, ist es auch möglich, sie später im Jahr noch aufzuhängen.“

Ausführliche Informationen – auch zum Bau und zur Pflege von Nisthilfen – gibt es im Stadtportal Münster. Außerdem bieten verschiedene Naturschutzverbände Informationen im Internet an.

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