Antrag an die Bezirksvertretung
CDU-Vorstoß für neues Freizeitbad

Münster-West -

„Ein Freizeit- und Sportbad im Westen“ bringt jetzt die CDU in der Bezirksvertretung (BV) Münster-West ins Spiel. In einem gleichlautenden Antrag setzen sich nun auch die Christdemokraten für ein neues Bad ein.

Montag, 18.03.2019, 18:02 Uhr aktualisiert: 18.03.2019, 18:29 Uhr
Das Cabrio in Senden wird auch von zahlreichen Münsteranerin gern besucht. Die Grafik zeigt: Münsters Westen ist in punkto Bademöglichkeiten nicht gerade gesegnet.
Das Cabrio in Senden wird auch von zahlreichen Münsteranerin gern besucht. Die Grafik zeigt: Münsters Westen ist in punkto Bademöglichkeiten nicht gerade gesegnet. Foto: di / Grafik: Christ

Die Bäderlandschaft in Münsters Westen ist mehr als überschaubar. Lediglich das Hallenbad in Roxel bietet Badespaß – allerdings zumeist zu ungünstigen Zeiten. Und gegenüber solchen Freizeitbädern wie dem Cabrio in Senden verliert der Standort in Roxel mit seinem – aus Sicht der Freizeit-Nutzer – spartanischen Becken sicher in puncto Attraktivität deutlich nach Punkten.

„Ein Freizeit- und Sportbad im Westen“ bringt jetzt die CDU in der Bezirksvertretung (BV) Münster-West ins Spiel. In einem gleichlautenden Antrag setzen sich nun auch die Christdemokraten für ein neues Bad ein. Damit schwenken sie auf die SPD-Linie um. Die Sozialdemokraten fordern seit Jahren ebenfalls ein Freizeitbad. Doch bis zur Realisierung bedarf es eines gewissen Vorlaufs. So möchten die Antragsteller von der Verwaltung wissen, „wie und wo mittelfristig ein Freizeit- und Sportbad im Stadtbezirk West entstehen kann“.

Bürger sollen einbezogen werden

Dabei sollen die Fachämter prüfen, „welche Bedürfnisse mit dem Freizeit- und Sportbad im stark wachsenden Stadtbezirk West im Bereich Schwimmen für städtische und Bedarfe Dritter (beispielsweise Vereine, Universität, Hochschulsport, Breiten- oder Wettkampfsport) abgedeckt werden können“.

Wichtig ist es den Unterzeichnern des Antrags, dass die Öffentlichkeit innerhalb des Prozesses bei der Entscheidung über die Größe und Ausstattung des Bades mitwirken kann. „Es hat keinen Sinn, die Bürger vor vollendete Tatsachen zu stellen“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Wolfgarten. Aus diesem Grund habe sich die CDU auch dazu entschlossen, keine konkreten Vorschläge diesbezüglich zu unterbreiten.

Dem „Bäder-Tourismus“ entgegenwirken

Die CDU möchte dem „Bäder-Tourismus“ entgegenwirken und die potenziellen Kunden vor Ort binden. CDU-Bezirksvertreter Thomas Lilge meint: „Die Menschen in Münster und insbesondere im Westen weichen wegen eines fehlenden Sport- und Freizeitbades oft nach Senden, Dülmen, Havixbeck, Osnabrück oder Hamm aus.“ Ein Bad im Westen stärke hier die vorhandene Infrastruktur für Sport, Freizeit und Gesundheit.

Im Gespräch mit unserer Zeitung hat Peter Wolfgarten auch schon einen Standort im Auge: „Die Bebauungspläne des Westens weisen bisher einen Standort für ein neues Bad in Gievenbeck an der Busso-Peus-Straße gegenüber dem Max-Planck-Institut aus. Wir wollen von der Verwaltung wissen, ob dieser Standort weiterhin zur Verfügung steht.“ Sei dies nicht der Fall, solle die Verwaltung Alternativen darstellen. Denkbar wäre zum Beispiel der Bereich der ehemaligen Gärtnerei Kersting zwischen Gievenbeck und Nienberge.

Ähnlicher Antrag bereits 2001 gestellt

Die Idee eines neuen Bads ist im Übrigen nicht neu: Die CDU hatte nach eigenem Bekunden bereits im Jahr 2001 einen ähnlichen Antrag gestellt. Später war dann ein neues Bad ein zentrales Thema im Kommunalwahlkampf der SPD. Die Christdemokraten indes verteidigten ihr Bäderkonzept ohne Spaßbad. Nun ein erneuter Vorstoß der CDU. Allerdings war es laut Wolfgarten geplant, dass alle in der BV West vertretenen Parteien diesen Antrag unterzeichnen: „Leider ist dies nicht zustande gekommen, was wir bedauern.“

In diesem Zusammenhang erinnert der Christdemokrat an die Worte des Bezirksbürgermeisters Stephan Brinktrine während des jüngsten Neujahrsempfangs: „Bei uns im Westen kann den Bürgern nichts Besseres passieren, als dass das Stadtbezirksparlament ein gemeinsames und starkes Signal in Richtung Bürgerschaft – und manchmal auch in Richtung Rathaus – sendet.“ Der Fokus liege dabei auf dem Begriff „gemeinsam“.

Kommentar: Zeiten ändern sich

Natürlich ist die Frage gestattet, ob nach den politischen ehemals gescheiterten Vorstößen die Realisierung eines neue Bads in Münsters Westen realistisch erscheint – vor allem vor dem Hintergrund der Schließung des Nienberger Freibads vor Jahren. Ja, ist es. Denn die Zeiten ändern sich. Die Nachfrage nach Schwimmmöglichkeiten ist da. Das zeigt die Diskussion um das Südbad wie der Neubau des Bürgerbads Handorf. Sowas fehlt auch im Westen. Und ein Blick auf die alles andere als attraktiven Öffnungszeiten des Roxeler Hallenbads für die Öffentlichkeit verdeutlicht die Notwendigkeit eines neuen Bads für den Westen. Und da sowohl CDU als auch SPD dies forder(te)n, dürfte aus politischer Sicht dem Projekt nichts im Wege stehen. Kay Böckling

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