Einigung im Streit mit Münster 08
Sportverein will Grundstück nun doch freigeben

Münster -

Münster 08 lenkt ein: Nach einem Gespräch mit der Stadtverwaltung und dem Karateverein Shotokan hat der Verein Münster 08 nun laut Sportdezernentin Cornelia Wilkens schriftlich zugesichert, ein Grundstück neben seinem Kunstrasenplatz für den Bau einer neuen Karatehalle freizugeben.

Mittwoch, 20.03.2019, 14:45 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 18:39 Uhr
Die alte Halle des Vereins Shotokan muss dem Bau der neuen Gesamtschule weichen.
Auf diesem Grundstück soll die neue Shotokan-Halle entstehen. Foto: Matthias Ahlke

Der Streit zwischen dem Sportverein Münster 08 und der Stadt Münster um die Nutzung des Geländes neben dem Kunstrasenplatz des Vereins ist Vergangenheit. So sieht es Sportdezernentin Cornelia Wilkens, die am Montag Vertreter von Münster 08 und des Karate-Vereins Shotokan zu einem, wie sie sagt, „sehr konstruktiven Gespräch“ empfangen hatte.

Der Karateverein will und soll, wie berichtet, auf dem Grundstück eine neue Halle bauen. Das bisherige vereinseigene „Dojo“ steht auf dem Baugelände der Mathilde-Anneke-Gesamtschule und muss deswegen abgerissen werden. Der Verein Münster 08, der die Stadt deswegen mit mehreren Klagen überzogen und alle Verfahren, zuletzt vor dem Oberlandesgericht Hamm, verloren hatte, habe nun schriftlich erklärt, keine weiteren Schritte gegen den Bau der Shotokan-Halle auf dem städtischen Grundstück zu unternehmen, erklärt Wilkens. Zuletzt hatte der Verein angekündigt, das Grundstück nicht räumen und weitere rechtliche Schritte einleiten zu wollen. Daraufhin hatte der Sportausschuss eine Resolution verfasst und die Stadt dem Verein 08 gedroht, ihm sämtliche Liegenschaften zu entziehen. Eine bisher beispiellose Eskalation.

Ein Jahr Bauzeit

Beim Gespräch am Montag ging es mit Blick auf den Shotokan-Bau „nur noch um das wie, nicht mehr um das ob“, sagt Cornelia Wilkens erleichtert. Mit den Bauarbeiten könne nun unmittelbar begonnen werden, etwa ein Jahr Bauzeit sei realistisch. Die Karatekas sollen so lange wie irgendmöglich in ihrer alten Halle bleiben können, betont Wilkens.

In einer von Stadt am Mittwochnachmittag verbreiteten Presseerklärung ist viel von Harmonie die Rede. So heißt es, alle Beteiligten, der Verein SC Münster 08 und die Stadt Münster sowie der Shotokan-Karate-Dojo Münster blickten gemeinsam in eine gute Zukunft für die kommunale Sportanlage Mauritz-Lindenweg. Der SC Münster 08 habe erklärt, dass er die zukünftige Nachbarschaft des Shotokan-Vereins ausdrücklich begrüße, und weiter: „Die beiden Vereine und die Stadt freuen sich über die gefundene und gute Lösung.“

Befürchtungen ausgeräumt

Befürchtungen, dass Vereinsmitglieder des SC Münster 08 und Rettungsfahrzeuge nicht mehr ungehindert auf die kommunale Sportanlage kommen könnten, wenn das neue Trainingszentrum gebaut wird, hätten in dem Gespräch ausgeräumt werden können, berichtet die Stadt weiter.

Die Vereine und die Stadt Münster verständigten sich laut städtischer Mitteilung auf folgende weitere Punkte: Der SC Münster 08 erklärt sich bereit, auf die Flächen, auf denen das künftige Trainingszentrum gebaut werden soll und die als Zuwegung sowie für Stellflächen benötigt werden, zu verzichten. Der Verein Shotokan und die Stadt können über diese Flächen mit sofortiger Wirkung verfügen, ohne dass dadurch SC Münster 08 in der Nutzung der kommunalen Sportanlage beeinträchtigt wird.

Vereine gleichberechtigt

Bestandteil der Vereinbarung ist laut Stadt darüber hinaus die Zusicherung der Stadt, die Flächen, die auf dem Sportgelände als Zuwegung dienen, beiden Vereinen gleichberechtigt zur Verfügung zu stellen. Die Verkehrssicherungspflicht für diese Flächen liegt bei der Stadt.

Ebenso werden die zwei Versorgungshütten des SC Münster 08 auf Kosten der Stadt an einen vom Verein zu bestimmenden Standort versetzt. Derzeit stehen sie auf dem Grundstück, auf dem das neue Trainingszentrum des Shotokan-Vereins entstehen wird.

Der Vorsitzende des Vereins Shotokan, Oliver Lich, freut sich, dass es nun endlich losgehen kann: „Wir schauen jetzt positiv in die Zukunft“. Der Vorsitzende des Vereins Münster 08 war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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