Münsters Partnerstadt Rjasan
Ambulante Pflege hört auf

Münster -

Die Betreuung von alten und behinderten Menschen in Münsters russischer Partnerstadt Rjasan kann nicht mehr über Spenden aus Münster finanziert werden. Der „Fonds soziale Hilfe“ muss daher seine Arbeit einstellen.

Donnerstag, 21.03.2019, 06:00 Uhr
Die Betreuung von alten und behinderten Menschen in Rjasan kann nicht mehr über Spenden aus Münster weiter finanziert werden. Das Bild zeigt eine pflegebedürftige Frau aus Rjasan, die in früheren Jahren vom einer Mitarbeiterin des Fonds Soziale Hilfe betreut wurde
Die Betreuung von alten und behinderten Menschen in Rjasan kann nicht mehr über Spenden aus Münster weiter finanziert werden. Das Bild zeigt eine pflegebedürftige Frau aus Rjasan, die in früheren Jahren vom einer Mitarbeiterin des Fonds Soziale Hilfe betreut wurde Foto: kv

Über 25 Jahre sind in Münsters russischer Partnerstadt Rjasan alte und behinderte Menschen unter anderem mit Spenden von Münsteranern ambulant betreut und gepflegt worden. Der Fonds Soziale Hilfe musste jetzt seine Arbeit einstellen. Der Förderverein Münster-Rjasan, der das Projekt bis dato organisatorisch betreute, hat jetzt die Spender aus Münster entsprechend benachrichtigt. Die Altenhilfe in Rjasan wurde auch im Rahmen der Weihnachtsspendenaktionen unserer Zeitung in den 90er-Jahren von Lesern gespeist.

Zu wenig Geld für den Pflegedienst

Hintergrund sei in erster Linie, dass die Altenhilfe in Rjasan keine Mittel mehr aus der aus Deutschland gespeisten Stiftung „Erinnerung und Zukunft“ zur Unterstützung russischer Zwangsarbeiter und Weltkriegsopfer erhalte, so der Förderverein. Die Restmittel der Stiftung würden, so heißt es aus dem Vorstand des Fördervereins Münster-Rjasan, nur noch über staatliche russische Organisationen verteilt.

Von den münsterischen Spendern seien zuletzt noch jährlich rund 8500 Euro überwiesen worden. Viel zu wenig, um den ambulanten Pflegedienst in Rjasan, bei dem rund 25 Beschäftigte tätig waren, aufrechtzuerhalten.

Auch wegen des geänderten russischen Vereinsrechts sei der Fonds Soziale Hilfe nicht mehr vom russischen Staat, der sich bisher ebenfalls an der Finanzierung beteiligte, gefördert worden.

Spender erhalten Geld zurück

Hinzu kam, dass mit der Rjasanerin Olga Ossetrowa, die vor drei Jahren überraschend starb, die Initiatorin und tragende Säule des Sozialen Fonds ausfiel, und sich auch die Mitorganisatorin Tamara Lobowa aus Altersgründen zurückzog. Tatjana Jegorowa, die das Projekt bis zuletzt weiter betreute, löst den Fonds nun auf. Die Spender aus Münster erhalten nun das Geld zurück, das nicht mehr verwendet wurde.

Und die pflegebedürftigen Menschen in Rjasan? Mittlerweile gebe es auch in Rjasan ambulante Pflegedienste, die Menschen würden nun von der Sozialverwaltung der Stadt Rjasan betreut – allerdings weniger persönlich als bisher, bedauert der Förderverein.

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