Capella Ludgeriana und Gäste im Dom
Begegnung der feinen Stimmen

Münster -

Andreas Bollendorf gründete einst die „Capella Ludgeriana“ aus der Knabenschola am Paulus-Dom, indem diese durch zahlreiche Männerstimmen erweitert wurde. Seit dem Jahr 2015 liegt der so entstandene gemischte Chor in den Händen seines Nachfolgers, Domkapellmeister Alexander Lauer. Am Samstagabend gab es im Dom ein Wiedersehen: bei ein Begegnungskonzert der „Capella Ludgeriana“ mit dem inzwischen von Bollendorf an neuer Wirkungsstätte geleiteten, ebenfalls aus Knaben- und Männerstimmen bestehenden Chor „Domsingknaben Limburg“. Anlass: das zehnjährige Bestehen der Capella Ludgeriana.

Sonntag, 24.03.2019, 17:56 Uhr aktualisiert: 26.03.2019, 19:54 Uhr
Höhepunkt des Konzertes: Die Chöre sangen gemeinsam Mendelssohn Bartholdys „Richte mich Gott“
Höhepunkt des Konzertes: Die Chöre sangen gemeinsam Mendelssohn Bartholdys „Richte mich Gott“ Foto: ukc

Unter den Klängen des gregorianischen Chorals zum dritten Fastensonntag – „Oculi mei semper ad Dominum“ – beschritt die Capella Ludgeriana den Dom durch den Mittelgang hin in den Altarraum. Es war der Auftakt zu einem umfangreichen Konzertprogramm mit mittelalterlicher Musik. Es folgten drei stilistisch völlig unterschiedliche Kyrie-Gesänge von Rheinberger, Janczak und Palestrina. Rheinbergers romantisches Kyrie wirkte im direkten Kontrast zur kräftigen Dynamik seines Zeitgenossen Janczak vorsichtig moderat. Mit Palestrinas fein-kontrapunktischem Renaissance-Kyrie aus dessen „Missa Papae Marcelli“, das direkt auf Janczak folgte, bewies der Chor große stimmliche Flexibilität und Stilsicherheit.

Mit Claudio Monteverdis Kyrie aus dessen „Missa a quattro voci“ bereicherten die Limburger Domsingknaben, die den zweiten Teil des Konzertes gestalteten, das Programm um eine Kyrie-Vertonung aus der Übergangszeit zwischen Renaissance und Barock.

Ein kleiner Knabenchor und ganz hervorragend stimmgebildete Solisten, jeweils aus den eigenen Limburger Reihen, gestalteten anschließend Pergolesis bekanntes „Stabat Mater“ – mit eigener Orgelbegleitung. Danach wandte man sich mit Bruckner, Reger, Nystedt, Dubra und Hessenberg geistlicher Musik der Romantik, Moderne und Gegenwart zu.

Zum krönenden Finale sangen beide Chöre, im Altarraum dicht gedrängt, Felix Mendelssohn Bartholdys „Richte mich Gott“. Das Pu-blikum dankte mit lang anhaltendem Schlussapplaus.

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