„Münster vor Ort“: Teilnehmer entdecken östliches Kreuzviertel
Einstiges Abwehrbollwerk im Norden

Münster -

Die Geschichte des östlichen Teils des Kreuzviertels war von Freitag bis Sonntag Thema in der Reihe der Architekturrundgänge „Münster vor Ort“. Wo einst Kanonen und feste Mauern den Rand zum heutigen Viertel beherrschten, gebe es heute eine „Postkartenidylle“, befand Tourleiter und Architekt Stefan Rethfeld. Und im Viertel viel Geschichte dieser Stadt.

Sonntag, 24.03.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 25.03.2019, 10:50 Uhr
Wer hat es entworfen? Zu welchem Zweck? Und welche für Münster interessanten Leute wohnten dort? Stefan Rethfeld (Bildmitte) erläuterte während der ausgebuchten Führungen geschichtsträchtige Häuser; hier am Sonntag an der Rudolf-von-Langen-Straße.
Wer hat es entworfen? Zu welchem Zweck? Und welche für Münster interessanten Leute wohnten dort? Stefan Rethfeld (Bildmitte) erläuterte während der ausgebuchten Führungen geschichtsträchtige Häuser; hier am Sonntag an der Rudolf-von-Langen-Straße. Foto: klm

Dicke Steinmauern, ein schweres Einlasstor und Kanonen zur militärischen Verteidigung haben die Stadtbefestigung einst auch Rand zum heutigen Kreuzviertel bestimmt – „jahrhundertelang ist Münster hier nach Norden hin verteidigt worden“, berichtete Stefan Rethfeld. Heute ist die Straße „Am Kreuztor“ ein Zufahrtsweg, über die man in das beliebte Wohnviertel mit etlichen für Münster historisch bedeutsamen Häusern und Orten gelangt.

Der östliche Teil des Viertels war am Freitag, Samstag und Sonntag jeweils Thema eines neuen Teils in der Reihe der Architekturrundgänge „Münster vor Ort“ mit dem Architekten und Journalisten Stefan Rethfeld.

Eine Reise in die Vergangenheit zur Promenade, zu Häusern, Menschen und ihren Geschichten war die rund dreieinhalbstündige Tour – beginnend an der Kreuzschanze. Die Promenade dort – als Wall von Johann Conrad Schlaun entworfen – sei entstanden, nachdem die Mauern des mittelalterlichen Münster ab 1765 eingerissen und abgetragen worden waren, so Rethfeld. Einer der Bäume übrigens, die zu Schlauns Zeit hier als Allee gepflanzt worden seien, befinde sich noch heute nahe des Lok-Denkmals am Neutor.

Wiedertäufer waren Sibyllen-Figuren in den Wall

Ende des 19. Jahrhunderts, erklärte der Stadtführer, sei an der Kreuzschanze etwas aus noch weiter zurückliegender Vergangenheit entdeckt worden: „200 Sandstein-Teile von Sibyllen-Figuren aus der Überwasserkirche“ wurden laut Rethfeld an jener Stelle freigelegt, wo heute ein Hügel mit Aussichtsrund hinter dem Buddenturm aus der Parklandschaft herausragt. „Die Wiedertäufer haben die Figuren 1535 abgerissen und in den Wall geworfen“, so Rethfeld. Teile seien heute im Dom und im Landesmuseum zu sehen.

Ein Ort mit vielen Drehungen und Geschichten.

Stefan Rethfeld

„Ein Ort mit vielen Drehungen und Geschichten“ sei dieser Bereich des Kreuzviertels, befand der Stadtführer. In neuerer Zeit habe sich Münster rund um die Kreuzschanze mit Blumen-Bildern, Wiesen, Teichen und dem Blick auf den Dom „eine Postkarten-Idylle entworfen“. Die Tour führte dann weiter ins Viertel.

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