„Rassismus im Alltag“ war Thema in Ditib-Moschee
„Terror hat keine Religion“

Münster -

Ganz praktische Erfahrungen aus dem Alltag, aber auch einiges Theoretisches darüber, wie Vorurteile entstehen, erfuhren die Besucher einer Veranstaltung in der Ditib-Moschee am Samstag. Es ging um „Rassismus im Alltag“. Und darum, wie Münster weltoffen sein und bleiben kann.

Montag, 25.03.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 25.03.2019, 13:46 Uhr
Hauptredner Jürgen Schlicher (l.) berichtete von seinen Workshops gegen Rassismus.
Hauptredner Jürgen Schlicher (l.) berichtete von seinen Workshops gegen Rassismus. Foto: Maria Conlan

„Rassismus im Alltag – Herausforderung für Gesellschaft und Religion“ lautete das Thema am Samstag in der Ditib-Moschee am Bremer Platz. Eingeladen hatte die Türkisch-Islamische Gemeinde im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus. Der Islam-Student Yüksel Ünlü moderierte die Veranstaltung, die spannende Einblicke zu allgemeinen Vorurteilen und alltäglichem Rassismus bot.

Moschee-Vorsitzender Mustafa Dayioglu eröffnete den Nachmittag mit dem Wunsch, dass alle respektvoll und vorurteilsfrei zusammenleben. Bürgermeister Gerhard Joksch mahnte vor der immer mehr um sich greifenden Diskriminierung. Für das Zusammenleben der 180 Nationen in Münster wünscht er sich: „Wir wollen weltoffen bleiben“.

Annethres Schweder von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Münster und dem Christlich-Islamischen Arbeitskreis überreichte Davioglu ein Friedenslicht, verbunden mit einem Appell für ein friedliches Miteinander.

Wir sind Bürger dieser Stadt. Wir wollen nur gleich behandelt werden, mehr nicht.

Dr. Ömer Lütfü Yavuz, Vorsitzender des Integrationsrats

Dr. Ömer Lütfü Yavuz, Vorsitzender des Integrationsrats, betonte: „Wir sind Bürger dieser Stadt. Wir wollen nur gleich behandelt werden, mehr nicht.“ Yavuz hofft auf ein gemeinsames Kulturzentrum in Münster als ein Haus der Vielfalt.

Der Stifter der Internationalen Wochen gegen Rassismus, Dr. Jürgen Micksch, freute sich über 120 Anti-Rassismus-Veranstaltungen in der Stadt. Gemeinsam müsse Rassismus überwunden werden. „Terror hat keine Religion“, mahnte er, und die türkische Generalkonsulin aus Münster, Pinar Gülün Kayseri, pflichtete ihm bei, dass keine Gewalttat in Zusammenhang mit Religion gebracht werden sollte.

Sarah Bendjael, Studentin der Sozialarbeit an der Katholischen Hochschule, stimmte mit Zitaten aus ihrer Abschlussarbeit über antimuslimischen Rassismus nachdenklich. Mit ihrer These „Wir sind alle rassistisch sozialisiert“ stimmte sie auf den Hauptredner Jürgen Schlicher ein, der von seinen Workshops gegen Rassismus berichtete. „Wir können nicht anders, als in Schubladen denken“, erläuterte er und machte an Beispielen deutlich, wie Vorurteile funktionieren.

In einer Diskussion wurde überlegt, wie die Gruppendynamik von Macht und Stereotypen zu durchbrechen sei, bevor die Besucher das Thema bei türkischen Speisen und Tee vertieften.

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