Franziskus-Forum
Zeit als Lebensretter

Münster -

Der Herzinfarkt war Thema des Franziskus-Forums. Die Meinung aller Experten: bei ersten Anzeichen gibt es keine Zeit zu verlieren.

Montag, 25.03.2019, 23:00 Uhr aktualisiert: 26.03.2019, 12:00 Uhr
Experten rund ums Herz (v.l.): Dr. Manfred Felsch, Dr. Ulrike Teßarek, Dr. Peter Matheja, Ulrike van Lochum, Dr. Stephan Braune, Gabriele Völker-Honscheid, Dr. Sebastian Reith, Prof. Dr. Daniel Pauleikhoff
Experten rund ums Herz (v.l.): Dr. Manfred Felsch, Dr. Ulrike Teßarek, Dr. Peter Matheja, Ulrike van Lochum, Dr. Stephan Braune, Gabriele Völker-Honscheid, Dr. Sebastian Reith, Prof. Dr. Daniel Pauleikhoff Foto: St.-Franziskus-Hospital

Beim letzten Franziskus-Forum ging es jetzt im wahrsten Sinne um eine Herzensangelegenheit: Mediziner aus dem St.-Franziskus-Hospital und Franziskus-Carré informierten über die Symptome, Behandlung und Vorbeugung eines Herzinfarktes.

Einig waren sich alle Experten: Ein Herzinfarkt ist immer ein Notfall, bei dem jede Minute zählt. Je schneller der Patient behandelt wird, desto besser sind die Überlebenschancen und umso geringer ist das Risiko einer schweren Herzschädigung. Da viele zu lange zögern, den Notruf 112 anzurufen, verstirbt jeder dritte Herzinfarktpatient zu Hause, berichtet das Franziskus-Hospital in einer Pressemitteilung.

Typische Beschwerden sind Brustschmerzen oder ein beklemmendes Engegefühl im Brustkorb. Manchmal können aber auch nur Luftnot oder allgemeines Unwohlsein Anzeichen eines Infarktes sein. Im Zweifel sollten sich Betroffene daher immer umgehend untersuchen lassen, rät Dr. Stephan Braune. „Im besten Fall können wir einen Infarkt ausschließen, denn Brustschmerzen können etwa auch orthopädische Ursachen haben.“ In der Notaufnahme geben das EKG und die Laborwerte Aufschluss über Vorhandensein und Schwere eines Infarktes. Je nach Ausmaß erfolgt ein sofortiger oder zeitnaher Eingriff im Herzkatheterlabor.

Hier können verschlossene Blutgefäße wieder geöffnet werden. Mithilfe eines Ballonkatheters und hohem Druck wird die Verengung geweitet, ein eingeführter Stent stabilisiert schließlich das Gefäß. „Je schneller das Gefäß wieder geöffnet ist, umso weniger bleibende Schäden gibt es“, verwies auch Dr. Sebastian Reith auf die große Bedeutung schnellen Handels. Demnach trete bereits eine Stunde nach dem Infarkt eine deutliche Schädigung des Herzmuskels ein, die sich künftig als Herzschwäche äußern kann, heißt es in der Mitteilung weiter. Zur Therapiekontrolle und zur Beurteilung des Infarktrisikos sind nuklearmedizinische Untersuchungen unverzichtbar.

Dr. Peter Matheja erläuterte die Untersuchung, bei der die Durchblutung des Herzmuskels farbig sichtbar gemacht wird. „Unnötige Untersuchungen im Herzkatheterlabor könnten damit vermieden werden.“

Auch wenn der akute Infarkt überstanden ist, besteht die koronare Herzerkrankung (KHK) weiter und der Patient muss ambulant behandelt werden. Die Hauptursachen der KHK sind Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Übergewicht und Bewegungsmangel. Neben der Umstellung der Lebensgewohnheiten helfen Arzneimittel wie ASS, Statine und Betablocker, das Fortschreiten der Krankheit zu bremsen. „Viele Patienten mit KHK, die rechtzeitig behandelt werden und konsequent die Risikofaktoren verringern, können ein fast so gutes und langes Leben führen wie gesunde Menschen“, bekräftigt der Kardiologe Dr. Manfred Felsch.

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