eSport
Hochschulsport sucht Playstation-Trainer

Münster -

Power-Fitness, Volleyball, Badminton - der Hochschulsport bietet viele Möglichkeiten, sich zu verausgaben. Und zwar nicht nur körperlich. Die Uni sucht jetzt auch Trainer für Playstation-Kurse. Die Bewerber sollten mehr mitbringen als schnelle Daumen.

Donnerstag, 28.03.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 28.03.2019, 19:55 Uhr
eSport: Hochschulsport sucht Playstation-Trainer
Sport muss nicht immer in der Turnhalle stattfinden - auch eSports am Computer oder an der Konsole werden immer beliebter. Foto: dpa

Neben klassischen Angeboten wie Fußball, Power-Fitness, Leichtathletik und Boxen hat der Hochschulsport (HSP) Münster seit einem Jahr auch eSport in seinem vielfältigen Programm. Der „elektronische Sport” wird immer beliebter und bekannter. Beim Spielen am Computer oder auf Konsolen geht es um den sportlichen Wettkampf - aber das, ohne sich zu bewegen.

Bisher wurde „League of Legends” - mit monatlich 100 Millionen aktiven Spielern eines der bekanntesten eSport-Spiele -  in wöchentlichen Kursen angeboten. Dabei treten zwei Mannschaften mit je fünf Spielern auf dem Spielfeld gegeneinander an. Jens Felder, Abteilungsleiter des Breiten- und Gesundheitssport beim HSP, erzählt, dass der Kurs gut angenommen werde und es viele Anmeldungen gebe. Die wachsende Community freue sich darüber, dass nun auch der Hochschulsport eSport-Kurse anbietet.

Theorie, Training und Spielpraxis

Wie muss man sich einen Sportkurs ohne richtigen Sport vorstellen? „Wie jeden anderen angebotenen Kurs auch”, sagt Felder. Erst gebe es eine Einweisung, die Spieler lernen etwas über die Grundprinzipien, Spielpositionen und Taktiken. In einer Mischung aus Theorie, Training und aktiver Spielpraxis sollen diese Fähigkeiten eingeübt und trainiert werden. Es gibt sowohl einen Anfänger- als auch einen Fortgeschrittenenkurs - je nach Spielerfahrung.

Felder betont, dass allerdings mehr als der Wettkampf der soziale Austausch im Vordergrund stehe. Der eSport-Kurs solle „über den normalen Sport hinaus Menschen verbinden”. Auch jene, die vielleicht „von Natur aus nicht sportbegeistert” sind, sollen Gleichgesinnte kennenlernen und sich vernetzen können. Denn Teamgeist und kommunikative Fähigkeiten könne man auch an der Playstation trainieren - und dabei gemeinsamen Spaß haben.

Neue Trainer gesucht

Auf Facebook ruft der Hochschulsport momentan Gamer dazu auf, sich für das kommende Sommersemester als eSport-Kursleiter zu bewerben. Gesucht werden Trainer für die Spiele „FIFA19”, „Street Fighter V” und „Rocket League” - allesamt Spiele ohne Gewaltverherrlichung, das ist dem HSP wichtig.

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Doch was muss man als Kursleiter eines eSport-Kurses mitbringen? „Natürlich muss man sich mit dem Spiel auskennen. Aber auch didaktische Fähigkeiten und Engagement sollte ein Trainer haben. Er muss Struktur in den Kurs bringen und gut vermitteln können”, beschreibt Felder die gewünschten Qualifikationen. So einen Teamleiter zu finden, sei gar nicht so leicht.

„Nicht jede Bewerbung ist ernst gemeint”

Für den Aufruf für den „League of Legends”-Kurs im letzten Jahr waren hunderte Bewerbungen eingegangen. Die waren allerdings ein „buntes Potpourri aus teils falsch verstandenen oder nicht ernst gemeinten Bewerbungen”. Am Ende konnten aber trotzdem geeignete Kursleiter gefunden werden, darunter auch ein ehemaliger professioneller „League of Legends”-Trainer. 

Auch unter dem Facebook-Aufruf finden sich einige wohl nicht ganz ernst gemeinte Kommentare, in denen sich Hobby-Spieler gegenseitig als Trainer vorschlagen. Ob alle drei Spiele im nächsten Semester tatsächlich als Kurse angeboten werden können, hängt davon ab, ob auch ernst gemeinte Bewerbungen von qualifizierten Gamern eingehen. Falls es dazu kommt, wäre das ein weiterer Schritt in der Entwicklung des eSport zum Breitensport. 

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