RebellComedy in der Halle Münsterland
Kampf dem Klischee

Münster -

Ganz seltsam fühlt sich mancher nicht so mitteleuropäisch aussehender Zeitgenosse, mag er auch einen deutschen Pass haben: Für „RebellComedy“ Anlass genug, mit dem Programm „Ausländer raus! Aus dem Zoo“ auf Tour zu gehen. Im „Zoo“ der Halle Münsterland steckten am Samstag reihum Babak Ghassim, Hany Siam, Salim Samatou, Benaissa Lamroubal, Khalid Bou­­­n­ouar und Usama Elyas.

Sonntag, 31.03.2019, 17:32 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 18:26 Uhr
Hany Siam eröffnete das RebellComedy-Programm.
Hany Siam eröffnete das RebellComedy-Programm. Foto: -anh-

Klischees werden pulverisiert, wenn Babak Ghassim das Bewusstsein seiner Zuhörer erweitert. Da trifft er, der dunkelhäutige Ägypter, einen Afrikaner, der ihn für einen „Bruder“ und Sklaverei-Opfer hält. Sklaverei-Opfer? „Wir haben sie erfunden!“, sagt der Ägypter schlagfertig.

Der „PC“ ist Hany Siams Sache nicht. Er zeigt vielmehr gern die „Rassismus-Opfer-Karte“, mit der er genauso auf die Nase fällt wie mit vorgetäuschtem „Ich-nix-Deutsch-sprechen“. Das Zahlen von Steuern verbindet Benaissa Lamroubal inhaltlich mit unfertigen deutschen Baustellen.

RebellComedy pflegt den direkten Kontakt mit dem Publikum, und das macht geistesgegenwärtig mit. Salim Samatou findet mehrere albanische Delfine in besagtem „Zoo“, und alle Befragten sind von Beruf, wovon Migrantenväter für ihre Söhne träumen: Arzt – oder Unternehmensberater.

Hany Siam demonstriert, wie treffsicher Klischees sein können: „Du siehst aus wie ein Autoverkäufer? Bist du Libanese?“ „Stimmt“, sagt der Befragte, und das Publikum zeigt sich begeistert. Und dann folgt es gebannt einem hintergründigen Zwiegespräch eines Barts, dessen schwarze Haare gegenüber weißen Neuankömmlingen darauf pochen, zuerst dagewesen zu sein.

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