Pflanzaktion im Hochzeitswald
Drei Bäume für eine Liebe

Münster-Nienberge -

Es ist ein Zeichen ihrer Liebe - für frisch Vermählte ebenso wie Goldhochzeits-Paare: die Pflanzaktion im Hochzeitswald am Haus Rüschhaus. Ein Paar setzte gleich drei Bäume...

Sonntag, 31.03.2019, 17:52 Uhr aktualisiert: 01.04.2019, 17:28 Uhr
Hochstimmung bei der Pflanzaktion im Hochzeitswald: OB Markus Lewe prostet dem Goldhochzeitspaar Erika und Robert Steinhorst zu.
Hochstimmung bei der Pflanzaktion im Hochzeitswald: OB Markus Lewe prostet dem Goldhochzeitspaar Erika und Robert Steinhorst zu. Foto: ann

Unter strahlend blauem Himmel weiße Zeltdächer auf einer grünen Wiese, gut gelaunte Menschen, eine Ansprache, Posaunen- und Akkordeonklänge, Sektgläser – wer da an eine Hochzeitsgesellschaft denkt, liegt nicht ganz falsch. Schauplatz dieser Zusammenkunft war Münsters Hochzeitswald nahe am Rüschhaus. Dort werden - regelmäßig und ganz symbolträchtig – von Paaren Bäume gepflanzt.

Auch wenn an diesem Tag einige Schippen zu sehen waren, sie kamen nur sinnbildlich zum Einsatz. Die jungen Bäume – acht heimische Arten standen zur Auswahl – wurden fachgerecht von Gärtnern des Grünflächenamtes eingesetzt. Nicht in einem zufälligen Durcheinander, sondern in Reih und Glied. „Die Paare sollen auch noch nach Jahren ihren Baum schnell wiederfinden können“, erläuterte Fachmann Martin Krabbe.

Die erste Fläche von drei Hektar wurde seit 2007 vollständig bepflanzt, 18 Bäume wurden für 2019 auf der Erweiterungsfläche angemeldet. Oberbürgermeister Markus Lewe begrüßte mit launigen Worten die Paare: Jungvermählte, bei denen die Liebe gerade erst Wurzeln geschlagen hat, Silberpaare und sogar ein Goldpaar. Und er gab mit einem kurzen Steckbrief eine Erklärung zur jeweilig gewählten Baumsorte. Drei Paare hatten sich für die Sommerlinde entschieden. Dazu gehörten auch Erika und Robert Steinhorst, die jetzt ihre goldene Hochzeit feierten. Kinder, Enkel und Freunde hatten sie mitgebracht und für ihren Baum rot-goldenen Schmuckbänder.

„Mein Mann wollte eine Eiche“, erzählte Erika Steinhorst. „Mir war das irgendwie zu eng, für uns beide ein einzelner Baum. Ich bin doch auch was Eigenes und stehe auch allein fest, deshalb wollte ich für mich eine Buche.“ Also wurden zwei Bäume bestellt.

Für die Gemeinsamkeit gab es einen weiteren Baum, nämlich einen, der auch als der Gemütsbaum der Deutschen bezeichnet wird; mit den herzförmigen Blättern, der am Brunnen vor dem Tore steht und unter dem man tanzen kann: die Linde. „Die Sommerlinde bietet gute Tracht für die Bienen“, erklärte Robert Steinhorst. „In 500 Jahren treffen wir uns darunter alle wieder am Brunnen“, freute sich seine Ehefrau augenzwinkernd.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6509819?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker