Katamaran misst Wassertiefe
Digitale Seekarte vom Aasee

Münster -

Unten im Aasee ist es dunkel. Ein Messkatamaran erforscht die Wassertiefe und die Schlammschicht. Die Ergebnisse haben viel mit dem Fischsterben zu tun.

Montag, 01.04.2019, 19:00 Uhr
Spaziergängern ist das Bötchen aufgefallen: Dieser Messkatamaran hat den Aasee an den vergangenen Tagen gescannt.
Spaziergängern ist das Bötchen aufgefallen: Dieser Messkatamaran hat den Aasee an den vergangenen Tagen gescannt. Foto: Oliver Werner

Zu wenig Sauerstoff, zu viele Blaualgen und ein zu hoher Fischbestand. Und vermutlich auch zu viel Schlamm. Die Gründe für das katastrophale Fischsterben im August 2018 sind vielfältig, aber noch nicht wissenschaftlich schlussgefolgert. Welche Rolle das Sediment bei dem Öko-Schlamassel mit 20 Tonnen toten Fischen im 40 Hektar großen Aasee gespielt hat, soll ein kleines Bötchen klären.

Der nur 1,40 Meter lange und ein Meter breite Messkatamaran vom Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen hat den See an den vergangenen sechs Tagen gescannt. Das „Riverboat“ ermittelt vollautomatisch die Wassertiefe und Schlammauflagen. „Wir wissen, dass der Aasee maximal zwei Meter tief ist, an Uferzonen durch Sedimente vielleicht nur 1,50 oder 1,20 Meter“, sagt Lutz Hirschmann vom Umweltamt der Stadt Münster. Der Schlamm ist in dicken Schichten zu finden. Mal zehn oder 20 Zentimeter, durchaus auch 80 Zentimeter. Wie das Sediment den See durchzieht, weiß man nicht.

Digitales Abbild der See-Sohle

Der mit einem Autopiloten gesteuerte Messkatamaran bringt Licht ins Dunkel. Das Echolot sammelte vom vergangenen Mittwoch bis Montag in einem fünf Meter großen Messraster jede Menge Daten von dem See. Das Boot war jeden Tag sechs Stunden unterwegs. Ein Datenvolumen von vier bis fünf Gigabyte muss nun ausgewertet werden. Daraus entsteht ein digitales Abbild der Sohle, eine Art digitale Seekarte vom Aasee.

Die Daten sind eine wichtige Grundlage für das Gesamtgutachten von Prof. Dietrich Borchardt vom Helmholz-Institut in Magdeburg, sagt Berthold Reloe vom Amt für Mobilität und Tiefbau. Borchardt wird der Politik im Mai einen Zwischenstand geben. Wenn im Sommer bei ähnlichen Temperaturen wie im vergangenen August Schlammproben genommen werden können, soll im Spätsommer das Gutachten zu Handlungsempfehlungen vorliegen.

Mammut-Maßnahme

Eine der Schlussfolgerungen könnte sein, dass der Aasee entschlammt werden sollte. Eine solche Mammut-Maßnahme wäre eine ziemlich teure und unappetitliche Angelegenheit.

Der alte Teil des Aasee, der aus den 1930er-Jahren ist, war in den 1970er-Jahren einmal entschlammt worden, als der neue Teil angelegt wurde. „Viele Stoffe sind im Schlamm angesiedelt“, sagt Hirschmann. Nährstoffe, Schwermetalle; als der Aasee kippte, war der Phosphorgehalt besonders hoch.

Fischsterben im Aasee

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  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
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