Raumschiff-Nachbau geplant
Die Enterprise landet in Münster

Münster -

Die USS Enterprise nimmt Kurs auf Münster – genauer: die USS Vision. Ein Sozialprojekt plant, das legendäre Raumschiff nachzubauen, mit 14 Räumen und einer großen Brücke. Die Bauarbeiten sollen schon bald anlaufen.

Dienstag, 02.04.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 08:16 Uhr
Die USS Enterprise (oben) stand beim Projekt des münsterischen Vereins USS Vision Pate. Kleines Foto: William Shatner, der Darsteller von Captain Kirk, (r., mit Leonard Nimoy) hat das Projekt bereits begrüßt.
Die USS Enterprise (oben) stand beim Projekt des münsterischen Vereins USS Vision Pate. Kleines Foto: William Shatner, der Darsteller von Captain Kirk, (r., mit Leonard Nimoy) hat das Projekt bereits begrüßt. Foto: dpa/ZDF

Alexander van Arem ist ein echter Trekki. Also ein Hardcore-Fan der Science-Fiction-Fernsehserie „Raumschiff Enterprise“, die im amerikanischen Original „Star Trek“ heißt. „Die gefiel mir schon als Kind“, erzählt der 36-Jährige, der heute beim Zoll arbeitet. „Da wurde nicht rumgeballert, sondern alles dafür getan, die Welt noch besser zu machen.“ Regelmäßig geht van Arem auf Konvente, Veranstaltungen, bei denen er auch die Schauspieler William Shatner (Captain Kirk) und Leonard Nimoy (Mr. Spock) traf. „Natürlich habe ich alle 1200 Folgen gesehen“, sagt er. Und ja, er könne den Inhalt jeder Folge nacherzählen.

Die Welt besser machen: Das ist auch der Antrieb des gemeinnützigen Vereins USS Vision, der sich nach dem Raumschiff USS Enterprise benannt hat. Sein Ziel: Kinder und Jugendliche unabhängig von ethnischer Herkunft oder Religionszugehörigkeit, Alter, Geschlecht oder Gesellschaftsordnung zu einem besseren Miteinander zu bewegen – so, wie es Gene Roddenberry, der Erfinder der Star-Trek-Serie, auch wollte.

Gedankenblitz im Freizeitpark

Schon seit Jahren engagieren sich Alexander von Arem, Björn Redemann und weitere Vereinsmitglieder im sozialen Bereich. „Auf Mittelalter-Märkten haben wir Geld für Kinder- und Jugendprojekte gesammelt“, erzählt Redemann. Nach und nach sei dann die Idee gereift, einen Verein zu gründen, mit dem die Hilfe auf ein professionelles Stand bein gestellt werden kann.

Ein Konzept wurde entwickelt – und dann, bei einem Besuch der „Warner Brothers Movie World“ in Bottrop, kam der entscheidende Gedankenblitz: „Dort ist die Brücke der USS Enterprise nachgebildet worden“, erzählt Redemann (44), der beim Aschendorff-Verlag arbeitet. „Da hatte ich sofort die Idee: Das können wir doch auch in Münster machen – und dort unser Projekt unterbringen.“

Schulschiff mit 14 Räumen und einer großen Brücke

Und das hat USS Vision nun vor: In einer Halle im Stadtgebiet – es sei bereits eine in Aussicht, sagt Redemann – wollen er und seine Mitstreiter ein Raumschiff, das der Enterprise ähnelt, nachbauen – mit einer großen Brücke sowie 14 Räumen, in denen es Angebote für Kinder und Jugendliche geben soll. „Viele sitzen heute nur noch am Computer oder haben das Handy in der Hand“, sagt Redemann. Was da verloren gehe, könnten Lehrer und Eltern alleine nicht reparieren.

An diesem Punkt komme USS Vision ins Spiel. Sie soll zu einer Schule mit verschiedenen Klassenräumen im Raumschiff-Outfit werden. Eine Software, an der laut Redemann derzeit gearbeitet wird und die ein Münchner Unternehmen kostenlos zur Verfügung stellt, wird Aufgaben stellen, mit denen Kinder und Jugendliche zwischen acht und 18 Jahren spielerisch an die Themen herangeführt werden sollen. „Ein Weltraumflug wird den Rahmen bilden“, sagt Redemann.

Geplant sind pädagogische Lernprojekte in den Bereichen, Soziales, Naturwissenschaften, Technik/IT, Umweltschutz und Erste Hilfe. Daneben soll es Anti-Mobbing-Schulungen, Ernährungsberatung, Sport und Drogenaufklärung geben – vermittelt von extra geschulten Fachleuten, wie Redemann betont. „Ziel ist es, Kinder und Jugendliche besser über alltägliche Gefahren aufzuklären und Lernprozesse zu installieren, um soziale Verantwortung zu übernehmen“, sagt er. Auch der Umgang mit Senioren und Behinderten soll geschult werden. Außenmissionen sollen in die Natur führen.

Captain Kirk an Astro-Alex

250.000 bis 300.000 Euro soll das Gesamtprojekt kosten, berichtet Redemann. Der Verein habe schon etliche Gespräche mit Sponsoren geführt, das Interesse sei groß – aber weitere Spenden seien willkommen. Er hofft, dass der Raumschiffbau noch in diesem Sommer beginnen kann – und 2019 der Jungfernflug der USS Vision stattfindet.

William Shatner, der in der Serie den Captain Kirk spielt, habe ihm schon per Twitter-Nachricht mitgeteilt, dass er das Projekt gut finde, sagt Alexander van Arem. Einen weiteren Prominenten möchte der Verein als Schirmherr gewinnen: Per Videobotschaft will er den deutschen ISS-Astronauten Alexander Gerst demnächst davon überzeugen, bei USS Vision mitzumachen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6512565?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker