Parkinson-Netz Münsterland
Bessere Diagnose per App

Münster -

Seit knapp einem Jahr existiert das „Parkinsonnetz Münsterland“. Das Ziel ist der Austausch zwischen Betroffenen und Fachleuten. Derzeit besonders interessant: In Zeiten von Smartphones und Smartwatches könnten sich für Mediziner und Patienten in Zukunft ganz neue Möglichkeiten eröffnen.

Donnerstag, 04.04.2019, 09:00 Uhr
Differentialdiagnose per Parkinson-App: (v.l.) Patientin Irene Fischer, Prof. Tobias Warnecke und Dr. Julian Varghese.
Differentialdiagnose per Parkinson-App: (v.l.) Patientin Irene Fischer, Prof. Tobias Warnecke und Dr. Julian Varghese. Foto: UKM/Wibberg

Seit knapp einem Jahr existiert das „Parkinsonnetz Münsterland“, ein Zusammenschluss aus Betroffenen, Angehörigen sowie Experten, die an der Behandlung der Patienten beteiligt sind. „Die Parkinson-Krankheit tritt bei den Betroffenen individuell unterschiedlich auf. Daher stellt die Erkrankung eine besondere Herausforderung für Patienten, deren Angehörige aber auch uns Ärzte dar. Durch den Zusammenschluss im Parkinsonnetz wollen wir den Austausch zwischen Betroffenen und Fachleuten patientenorientiert gestalten“, erklärt Prof. Dr. Tobias Warnecke, Oberarzt und Parkinsonexperte der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Münster (UKM). Besonders interessiert sind die Patienten nach Warneckes Erfahrungen an Informationen zum Thema „Neue Technologien“, denn in Zeiten von Smartphones und Smartwatches könnten sich für Mediziner und Patienten in Zukunft ganz neue Möglichkeiten eröffnen, heißt es in einer Pressemitteilung des UKM. Informatiker vom Institut für Medizinische Informatik der Medizinischen Fakultät Münster haben ein Mobiles Systems zur Bewegungsanalyse von Menschen mit Parkinson entwickelt, das derzeit in einer Studie in der UKM Neurologie getestet wird. Was kompliziert klingt, ist in der Praxis ganz einfach: Mit zwei Smartwatches an den Handgelenken der Patienten, auf denen die in Münster entwickelte App installiert ist, wird eine neurologische Untersuchung durchgeführt. „So werden die Bewegungsdaten hochauflösend im Millisekunden-Bereich gemessen und mit den Methoden der Künstlichen Intelligenz ausgewertet. Derzeit werden Parkinson und andere Bewegungsstörungen in der Regel durch eine ärztliche neurologische Untersuchung festgestellt, die immer auch von der subjektiven Einschätzung des Arztes abhängig sind.

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