Strafprozess
Einbrecher wurden per Lautsprecher verscheucht

Münster/Bielefeld -

Das Landgericht Bielefeld verhandelt gegen Angeklagte, denen eine Reihe von Einbrüchen in Firmen und Werkstätten vorgeworfen wird. Sie schlugen auch in Münster zu. Ein stiller Alarm und eine Überwachungsfirma kamen Ihnen aber in die Quere.

Freitag, 05.04.2019, 10:00 Uhr
Strafprozess: Einbrecher wurden per Lautsprecher verscheucht
Landgericht Bielefeld Foto: dpa

Gute Verkehrsanbindung war obligatorisch – damit die Beute mit gestohlenen Transportern schnell weggeschafft werden konnte. Für eine ganze Reihe von Einbrüchen in Firmen und Werkstätten muss sich eine Bande derzeit vor dem Landgericht Bielefeld verantworten. Die angeklagten Rumänen suchten auch Münster zwei Mal heim.

Taten in NRW und Niedersachsen

Wegen bandenmäßigen Einbruchsdiebstahls stehen vier Männer im Alter zwischen 28 und 35 Jahren und ein Ehepaar, 42 und 41 Jahre alt, vor Gericht, letztere als maßgebliche Helfer und Hehler. Von Januar bis Oktober vergangenen Jahres soll die Bande von Essen aus Einbrüche vornehmlich im nördlichen Nordrhein-Westfalen und angrenzenden Niedersachsen begangen haben – unter anderem in Gütersloh, Bielefeld, Telgte, Rheda-Wiedenbrück und Ganderkesee.

Die Täter verschafften sich Zugang zu den ausgekundschafteten Objekten durch Aufhebeln von Fenstern und Rolltoren, dann suchten sie die Schlüssel zu firmeneigenen Transportern – in diesen schafften sie die Beute weg. Dies waren zumeist hochwertige Werkzeuge: motor- oder elektrobetriebene Sensen und Heckenscheren, Kettensägen, Rasenmäher, Handkreissägen, Bohrhämmer, Schweißgeräte und ähnliches.

Keine Beute in Münster

In Münster drangen sie am 21. Januar 2018 in einen Betrieb für Landtechnik am Rüschhausweg ein und nahmen solche Geräte für 20 000 Euro mit. Drei Wochen später wollten sie die Werkstatt der Straßenmeisterei an der B 51 ausräumen, hatten aber Pech: Ein ausgelöster stiller Alarm rief die Überwachungsfirma auf den Plan, die über Lautsprecher den Einbrechern „Beine machte“ – sie flohen ohne Beute vom Tatort.

Insgesamt geht die Staatsanwaltschaft von einem Beutewert von fast 600 000 Euro aus, hinzu kommt der Sachschaden durch die Beschädigung an den Gebäuden. Geschnappt wurde die Bande Mitte Oktober in Bottrop, wo sie gerade in einer von dem Essener Ehepaar angemieteten Garage „abladen“ wollte. Für den Prozess sind noch mehrere Verhandlungstage bis Juni angesetzt.

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