„Abendvisite“ dreht sich am 16. April um Thrombose und Lungenembolie
Wenn das Blut am falschen Ort gerinnt

Münster -

Häufig beginnt es mit unspezifischen Beschwerden wie Schmerzen im Bein oder in der Brust. Nicht immer wird dann eine Thrombose oder Lungenembolie diagnostiziert. Gerade Personen mit familiären Vorerkrankungen sollten derartige Warnsignale allerdings nicht auf die leichte Schulter nehmen – wie Prof. Dr. Rolf Mesters, Leitender Oberarzt am Universitätsklinikum Münster, bei der nächsten „Abendvisite“ am 16. April darlegen wird.

Freitag, 05.04.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 07.04.2019, 14:31 Uhr
Prof. Dr. Rolf Mesters, Leitender Oberarzt am UKM.
Prof. Dr. Rolf Mesters, Leitender Oberarzt am UKM. Foto: UKM

Thrombose oder Lungenembolie? Da winkt so manch einer ab. Weit verbreitete Meinung: „Gibt’s nur selten, und wenn, dann bei alten Menschen.“ Großer Irrtum. Prof. Dr. Rolf Mesters weiß, dass beide Erkrankungen vielfach unterschätzt werden.

In der nächsten Abendvisite möchte der Experte aus dem Universitätsklinikum Münster den Besuchern deutlich machen, welche Gefahren eine Thrombose oder eine Lungenembolie mit sich bringen, welche Risikofaktoren es gibt – und vor allem, welche Symptome darauf hindeuten können. „Wenn das Blut am falschen Ort gerinnt – Thrombose und Lungenembolie“ lautet sein Thema am 16. April (Dienstag).

Eher unspezifische Beschwerden

Spannungsgefühl, Schwellungen und Schmerzen im Bein – oftmals ganz typisch für eine Thrombose. Bei der Lungenembolie melden sich Brustschmerzen, Luft- und Atemnot, Druckgefühl im Brustbereich als Warnsignale. „Es sind manches Mal eher unspezifische Beschwerden, die auch nicht immer auf den ersten Blick exakt eingeordnet werden können“, weiß der Leitende Oberarzt der Medizinischen Klinik A aus der täglichen Praxis.

Auch in der Gerinnungs- und Thromboseambulanz des UKM zählen zu seinen Patienten eben nicht nur Ältere, es sind immer wieder auch junge Frauen und Männer betroffen. Deshalb ist es ihm wichtig, den Blick dafür zu schärfen und auch die Risiken in das Bewusstsein zu rücken.

Angeborenes Risiko abklären

Es gibt Menschen, die haben ein angeborenes Risiko für eine Lungenembolie oder eine Thrombose. Es sei immer ratsam, im familiären Umfeld zu forschen, ob ein direkter Verwandter bereits betroffen sei. Gerade bei jungen Frauen werde dies noch einmal besonders wichtig, wenn sie die Anti-Baby-Pille einnehmen möchten: „Damit steigt das Risiko deutlich.“

Menschen, die längere Zeit bettlägerig sind, zählen ebenfalls zu den Risikogruppen, ähnliches gilt nach Operationen, zum Beispiel bei Hüftgelenks- und Knieersatz. „Blutverdünnung ist dann immer ein wichtiges Thema.“ Aber auch Langstreckenflüge, lange Reisen im Bus oder Auto können sich negativ auswirken.

Hilfreich sei, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, Übergewicht zu reduzieren und auf Dauer zu vermeiden – und natürlich die Finger von der Zigarette zu lassen.

Rechtzeitig erkannt, lässt sich beides gut behandeln.

Prof. Dr. Rolf Mesters

So gefährlich Thrombose und Embolie sich entwickeln können, es gibt auch eine positive Nachricht: Rechtzeitig erkannt, so Prof. Mesters, lasse sich beides gut behandeln. Oftmals reiche ein kurzer stationärer Aufenthalt, an den sich aber in den meisten Fällen eine länger dauernde medikamentöse Behandlung anschließe.

Denn auf jeden Fall möchten die Mediziner den Patienten Spätfolgen wie Krampfadern oder ein offenes Bein ersparen. Auch das zusätzliche Risiko eines Schlaganfalls müsse man immer im Blick behalten.

Zum Thema

Die Abendvisite beginnt um 18 Uhr im Gebäude des Regierungspräsidiums, Domplatz 1-3. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Die Teilnehmerzahl ist auf 100 Besucher begrenzt. Anmeldung: ' 8 34 75 95, mechthild.bertels@ukmuenster.de.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6519470?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker