Verkehrslandeplatz Münster-Telgte
Fluglärm ärgert Anwohnerin

Münster -

Mit steigenden Temperaturen erwachen nicht nur Motorradfahrer aus dem „Winterschlaf“. Auch Hobby- und Sportflieger nutzen das schöne Wetter für ihre Leidenschaft. Was bei einer Münsteranerin wiederum Leiden schafft, denn sie wohnt mit ihrer Familie in der Nähe des Verkehrslandeplatzes Münster-Telgte in Gremmendorf.

Samstag, 06.04.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 06.04.2019, 13:01 Uhr
Der Verkehrslandeplatz Münster-Telgte wirkt bei schlechtem Wetter – wie in dieser Woche – manchmal wie ausgestorben. Bei gutem Wetter, insbesondere an Wochenenden, herrsche aber reger und lauter Betrieb, ärgert sich eine Anwohnerin.
Der Verkehrslandeplatz Münster-Telgte wirkt bei schlechtem Wetter – wie in dieser Woche – manchmal wie ausgestorben. Bei gutem Wetter, insbesondere an Wochenenden, herrsche aber reger und lauter Betrieb, ärgert sich eine Anwohnerin. Foto: Andreas Große Hüttmann

„Wir sind ständig dem Fluglärm der Hobbyflieger ausgesetzt“, ärgert sich die Anwohnerin. Besonders im Frühling und Sommer sei das sehr schwer auszuhalten. Sie hat das Gefühl, dass die Piloten oft nur unnütz hin- und herfliegen. „Warum gilt die Sonntagsruhe für alles mögliche bis zu den Haushaltsgeräten, doch nicht für das Hobbyfliegen“, fragt sich die Münsteranerin. Sie bezweifelt, dass die Vorschriften ausreichen – oder ihre Einhaltung genügend kontrolliert wird.

Dass das Rasenmähen mitunter zeitlich eingeschränkter ist als das Fliegen, sei eine Frage des Rechtsgebietes, sagt Andreas Winnemöller von der Pressestelle der zuständigen Bezirksregierung Münster: „Eine Rasenmäherverordnung hat jede Kommune. Die Nutzung des Luftraumes ist freier geregelt, aber hier handelt es sich um Bundesrecht.“ Jedoch nicht nur: Auch weitere Regelungen, beispielsweise EU-Recht, spielten eine Rolle, verweist Sigrun Rittrich, Pressesprecherin der Bezirksregierung, auf eine sehr komplexe Rechtslage.

Unregelmäßige Kontrollen

Grundsätzlich prüfe das Luftfahrtbundesamt für jedes Flugzeug einzeln die Lärmwerte, erklärt Winnemöller. Je nach Flugzeug-Typ gelten unterschiedliche Vorgaben. Wenn die Einhaltung für den entsprechenden Typ nachgewiesen sei, erteile die Bundesbehörde in puncto Lärmemissionen grünes Licht. Die Daten werden auch in einem Lärmschutzzeugnis ausgewiesen. „Dann kann erstmal unterstellt werden, dass das Flugzeug seine Vorgaben einhält“, so Winnemöller.

Bei den Kontrollen komme die Bezirksregierung ins Spiel. Das Dezernat Luftverkehr führe diese in unregelmäßigen Abständen an allen Flughäfen durch, die in ihrem Zuständigkeitsbereich liegen. Geprüft würden ebenso Anlage und Betrieb wie auch Flugzeuge und Piloten. Diese müssten dabei auch die Lärmschutzzeugnisse vorlegen.

Von 9 Uhr bis Sonnenuntergang

„Das wird nicht nur sporadisch gemacht“, betont Winnemöller. Bis zu vier Mal im Monat prüften die Kontrolleure die jeweiligen Plätze – immer unangemeldet, unter der Woche ebenso wie am Wochenende. Wenn Verstöße gegen luftrechtliche Vorgaben festgestellt werden, handele es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die von der Bezirksregierung verfolgt werde.

Eingeschränkt seien auch die Betriebszeiten. Als Verkehrslandeplatz müsse Münster-Telgte öffentliche Öffnungszeiten haben, dort täglich von 9 Uhr bis Sonnenuntergang, längstens bis 20 Uhr. In dieser Zeit besteht laut Winnemöller eine Betriebspflicht, Flugzeuge müssten dort starten und landen dürfen. Ausnahmen von diesen Zeiten seien möglich, wenn ein Pilot zum Beispiel erst später von der Nordsee zurückkehre.

Nur wenig Bürger-Klagen

Weitere zeitliche Einschränkungen sieht die Landeplatz-Lärmschutz-Verordnung vor, wenn 15 000 „Luftbewegungen“, also Starts und Landungen, überschritten werden. Dies sei jedoch beim Verkehrslandeplatz Münster-Telgte nicht der Fall, sodass die Verordnung nicht greife, betont Sigrun Rittrich.

Grundsätzlich könnten sich Bürger, die sich von Fluglärm gestört fühlen, an das Dezernat Luftverkehr der Bezirksregierung wenden, erklärt Winnemöller. Das gehe den Beschwerden nach. Zum Verkehrslandeplatz Münster-Telgte erreichten die Bezirksregierung vergleichsweise wenige Bürger-Klagen. Aber, so Winnemöller: „Das Beschwerdeaufkommen hat hier natürlich auch Saison.“

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