Pro & Contra
Ist eine Fahrradstraße am Dortmund-Ems-Kanal sinnvoll?

Münster -

Ist es sinnvoll entlang des Dortmund-Ems-Kanals durch das Stadtgebiet eine breite Fahrradtrasse zu bauen? Das ist in dieser Woche die Frage in unserer Rubrik „Pro & Contra“.

Samstag, 06.04.2019, 17:20 Uhr aktualisiert: 06.04.2019, 17:33 Uhr
Pro & Contra: Ist eine Fahrradstraße am Dortmund-Ems-Kanal sinnvoll?
Der Dortmund-Ems-Kanal durchquert das münsterische Stadtgebiet. Foto: Oliver Werner

Pro: Eine zweite Promenade

Münster wächst rasant – in den vergangenen 20 Jahren um rund 30 000 Menschen. Mit der Stadt wächst der Verkehr – und man kann sehr froh sein, dass es dabei in Münster zu einem wesentlichen Teil um den Radverkehr geht. Das zwar vergleichsweise üppige Radwegenetz ist der Verkehrsexplosion auf den meist schmalen Wegen an vielen Stellen nicht mehr gewachsen.

Der Bau eines breiten Kanalufer-Radwegs für den Radverkehr ist da ein reizvoller Gedanke. Ein solcher Weg wäre eine gute Verbindung auf der Nord-Süd-Achse der Stadt. Hier könnte man weitgehend kreuzungs- und ampelfrei von Gelmer bis Amelsbüren am Wasser entlangradeln. Eine breitere Fahrradtrasse hier  könnte auch die Radwege in der östlichen Innenstadt  entlasten – er wäre eine Art zweite Promenade am Wasser. Im Zuge des Kanalausbaus müssen die Seitenwege ohnehin neu angelegt werden. Damit Fußgänger von den vielen Fahrrädern nicht gefährdet werden, könnte für sie ein Extra-Weg angelegt werden: Auf der Promenade rund um die Altstadt gibt es das ja auch.

Von Karin Völker

Contra: Nicht der richtige Ort

Schnurgerade, schnell befahrbare Radwege ohne Autoverkehr und Ampeln – ganz ehrlich, davon könnte die Stadt mehr vertragen. Und ja, auch am Kanal hätten asphaltierte Wege ihren Nutzen. Die Frage ist nur, zu welchem Preis? Der Dortmund-Ems-Kanal ist trotz aller schönen Parkanlagen, über die Münster verfügt, das größte und wichtigste Nah­erholungs­gebiet für die Bürger. Spaziergänger und im Sommer vor allem Sonnensuchende genießen hier ihre Freizeit, auch wenn die Erweiterung des Kanals dem Gebiet in den vergangenen Jahren bereits viel vom einstmaligen Charme genommen hat.

Das lässt sich schwer kritisieren, immerhin handelt es sich hier nun mal ganz originär um einen Schifffahrtsweg. Moment mal: Schiffe? Das sogenannte Pötten – also während des Schwimmens einen Kahn zu entern – ist nicht nur gefährlich, sondern aus diesem Grund auch verboten. Wenn Gefahr aber das Argument ist, dann macht es keinen Sinn, die Strecke zu einem Fahrradschnellweg zu machen,  denn Unfälle zwischen Radlern und beschickerten Badegästen sind vorprogrammiert.

Von Björn Meyer

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