Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender
Seit 40 Jahren im Auftrag der Schwachen

Münster -

Vor 40 Jahren nahm kaum jemand in der Stadt die Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender (GGUA) ernst. Heute ist sie aus der Arbeit mit Asylsuchenden kaum wegzudenken. Dennoch gibt es noch viele Probleme.

Samstag, 06.04.2019, 14:00 Uhr
Mitgründer Volker Maria Hügel (2.v.r.) freut sich mit (v.l.) Hevron Ala, Teresa Küppers, und Marita Otte über 40 Jahre Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender (GGUA)
Mitgründer Volker Maria Hügel (2.v.r.) freut sich mit (v.l.) Hevron Ala, Teresa Küppers, und Marita Otte über 40 Jahre Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender (GGUA) Foto: Björn Meyer

Vor gut 40 Jahren arbeitete Volker Maria Hügel als Flüchtlingswohnheimleiter. Heute sagt er: „Ich wusste, dass ich da nicht alt werde.“ Zu schlecht waren die Bedingungen, zu gering die Chancen, etwas grundlegend zu verändern. Genau das aber wollte Hügel, der Mann, der von sich behauptet ein „Nimmersatt“ zu sein, wenn es darum gehe, etwas erreichen zu wollen.

Dinge ändern fiel aber auch 1979 mit der neu gegründeten Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender (GGUA) nicht leicht. Hügel erinnert sich, wie er und seine Mitstreiter in den Anfangszeiten der GGUA ein Begegnungszentrum für Asylsuchende einrichten wollten. 450 D-Mark habe man dafür benötigt, doch die Stadtverwaltung habe abgelehnt.

Ein schwieriger Weg

Unterstützung gab es dagegen von den Gewerkschaften, weniger zu Beginn von den Parteien. „Auch meine Pressemitteilungen hätte ich damals eigentlich gleich in den Papierkorb werfen können“, sagt Hügel. Nach und nach aber kam die GGUA in der Stadtgesellschaft an. Heute, da sind sich die Vertreter des Vereins sicher, sei sie gar nicht mehr aus Münster wegzudenken.

Ein großer Schritt dahin war die Vernetzung. Vor allem über die Fachhochschule gewann man etliche Ehrenamtliche. Mittlerweile arbeiten rund 30 Hauptamtliche für die GGUA, hinzu kommen etwa 250 Ehrenamtliche, die sich auf ganz verschiedene Weise für die Sache einsetzen. Und nicht zuletzt habe der Dialog mit dem heutigen Stadtdirektor Thomas Paal, damals Dezernent für Soziales, einiges geändert, lobt Hügel.

Neue Aufgaben stehen an

Doch ausruhen will sich die GGUA, die es nun seit 40 Jahren gibt, nicht auf dem Erreichten. Zu groß sind die Aufgaben, die es bewältigen gibt. „Die wichtigste Aufgabe ist heute die Beratung“, sagt Marita Otte, Mitglied im Aufsichtsrat. Es gehe darum, den Menschen klarzumachen, ihre Rechte wahrzunehmen. Vielfach, das ist jedenfalls Hügels Sicht der Dinge, sind diese Rechte freilich allzu eingeschränkt. „Das um sich greifende Arbeitsverbot, der schleppende Familiennachzug und der richtige Umgang mit psychischen Einschränkungen“ seien die Hauptprobleme. „Wir verwalten den Mangel“, sagt Hügel.

Die Arbeit, so das GGUA-Urgestein, sei „anders“ geworden. Und das, obwohl die Behörden heute deutlich aufmerksamer mit dem Thema Rassismus umgehen würden. „Wir erreichen trotzdem nur wenig von dem, was wir erreichen wollen“, sagt Hügel. Dafür aber deutlich mehr, als die meisten in dieser Stadt es vor 40 Jahren geahnt hätten.

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