Ulrich Heitmann ist Seemann, Koch und Weltensegler
Ehemaliger Gastwirt des „Braustüb‘ls“ kehrt nach Münster zurück

Münster -

Ulrich Heitmann hat bereits die ganze Welt gesehen. Trotzdem hat es den 79-Jährigen jetzt wieder nach Münster gezogen. Das liegt vor allem daran, dass er sich hier den Traum als Gastwirt erfüllen konnte.

Sonntag, 07.04.2019, 12:00 Uhr
Ulrich Heitmann heute mit einer Flasche „Braustüb‘l“-Sekt aus seinem ehemaligen Lokal. Rechts daneben aus seiner Zeit als Gastwirt (kleines Bild, l.) mit einem Hilfskoch.
Ulrich Heitmann heute mit einer Flasche „Braustüb‘l“-Sekt aus seinem ehemaligen Lokal. Foto: Melanie Ploch

Er war auf See, bereiste die Welt, war Gastwirt, wohnte weit weg. Jetzt ist Ulrich Heitmann wieder nach Münster zurückgekehrt. „Heimat ist Heimat“, betont der 79-Jährige.

1939 wurde er geboren. Nach der Schule machte er eine Lehre zum Koch und Konditor. Seit Februar lebt der Münsteraner im Haus Simeon. Er hat einen kleinen Bungalow mit Balkon. Im Wohnzimmer schüttet er am Esstisch Wasser in ein Glas mit Goldrand.

1960 zog es ihn auf hohe See. Als Hilfskoch versorgte er die Besatzung von Frachtschiffen. Er hat die ganze Welt gesehen, Südamerika, Florida, Chile, Brasilien. Einmal habe er einen Affen mitgebracht: „Alle gingen mit ihrem Hund spazieren, aber ich ging mit meinem Affen auf der Schulter durch die Stadt. Wie die Leute geguckt haben!“

Nicht immer einfach

Es sei nicht immer einfach gewesen: Über Wochen war er mit den Matrosen auf dem Schiff. „Die wichtigste Frage war immer die Frage nach dem Essen.“ Am meisten hätten sich die Matrosen über Hamburger Seemannslabskaus gefreut: „Da waren sie immer happy.“ Schmeckte es besonders gut, brachten sie ihm eine Flasche Bier. „Das war meine größte Zeit“, blickt der 79-jährige zurück.

Es gibt viele interessante Städte, aber keine ist so schön wie   Münster.

Ulrich Heitmann

1970 erfüllte sich Heitmann einen Traum: Er wurde Gastwirt im „Braustüb‘l“ an der Geiststraße. Er erinnert sich noch an den Freiherrn von Heereman, der Mariacron in die Knabbeln schüttete, damit sie besser schmecken. Gerne denkt er an die Zeit zurück. Deshalb fiel es ihm schwer, das Braustüb‘l nach zehn Jahren zu verlassen: „Das war nicht einfach.“

Umzug ins Sauerland

1989 zog er zu seiner Lebensgefährtin nach Arnsberg. Auch im Sauerland fand Heitmann Arbeit. Darauf genossen er und seine Lebensgefährtin ihren Ruhestand bei vielen Urlauben. Gleichzeitig suchte Heitmann das Ehrenamt und sammelte Spenden für Afrika. Für sein Engagement wurde er 2001 zu Bundespräsident Johannes Rau eingeladen und bekam von der Stadt Arnsberg die Bürgermedaille verliehen. Stolz hält er die kleine, schwere Medaille in der Hand.

2017 verstarb seine Lebensgefährtin. Daraufhin wollte Heitmann im Allgäu sesshaft werden. Zwei Jahre blieb er dort, bis ihn ein langjähriger Freund besuchte: „Er sagte: ‚Hier kannst du nicht bleiben‘. Und dann besorgte er mir die Wohnung.“

Zurück in Münster

Seit Februar wohnt der ehemalige Gastronom im Haus Simeon am Berg Fidel. Er fühlt sich wohl: „Meine Kinder und Enkel sind in der Nähe. Außerdem bin ich ein alter Preuße.“ 2001 – 50 Jahre nach der Vizemeisterschaft des SC Preußen – kümmerte er sich um einen Festakt, bei dem er alle alten Spieler versammelte. Auch dafür erhielt er eine Medaille: „Die haben sonst nur die Spieler bekommen“, sagt Heitmann und präsentiert stolz die zweite Medaille.

Dass er jetzt wieder in seine Heimat Münster zurückkehren konnte, rührt ihn: „Es gibt viele interessante Städte, aber keine ist so schön wie Münster.“

Zum Thema

Wer den Gastwirt Heitmann noch aus dem „Braustüb‘l“ kennt, darf ihm gerne schreiben: Ulrich Heitmann, Haus Simeon, Am Berg Fidel 70, Bungalow 44, 48153 Münster

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