UKM-Urologin ausgezeichnet
Entscheidungshilfe für Test zur Krebs-Früherkennung

Münster -

Dr. Dorothee Tiedje, Urologin am Universitätsklinikum Münster, ist mit dem mit 2500 Euro dotierten Paul-Mellin-Preis 2019 ausgezeichnet worden. Auf dem NRW-Urologen-Kongress in Münster stellte Dorothee Tiedje das Projekt einer computerunterstützten Entscheidungshilfe für Männer vor, sich im Rahmen einer Prostata-Früherkennung einem PSA-Test zu unterziehen – oder eben nicht.

Montag, 08.04.2019, 07:00 Uhr
Freuen sich über den Paul-Mellin-Preis (v.l.): Prof. Dr. Axel Semjonow, Betriebswirtin Christiane Bothe, Dr. Dorothee Tiedje und Privatdozent Dr. Martin Bögemann.
Freuen sich über den Paul-Mellin-Preis (v.l.): Prof. Dr. Axel Semjonow, Betriebswirtin Christiane Bothe, Dr. Dorothee Tiedje und Privatdozent Dr. Martin Bögemann. Foto: pd

Der PSA-Test ist ein Bluttest, mit dessen Hilfe die Höhe des PSA (Prostataspezifisches Antigen) im Blut bestimmt werden kann. PSA ist ein Eiweiß-Stoff, der nur im Prostatagewebe vorkommt und nur in ganz geringen Mengen im Blut nachweisbar ist. Der Blut-Test ist die empfindlichste Methode zur Früherkennung von Prostatakrebs – er kann einen von sechs Prostatakrebs-Todesfällen verhindern, ist aber trotzdem umstritten. Nicht jeder durch Früherkennung gefundene Prostatakrebs muss nämlich auch behandelt werden. Daher empfehlen medizinische Fachgesellschaften, dass Männer über die Vor- und Nachteile informiert werden und sich dann entscheiden. Es gibt keine ‚richtige‘ oder ‚falsche‘ Entscheidung, wichtig ist es, dass der Mann eine eigene Entscheidung trifft, so eine Pressemitteilung des Prostatazentrums am UKM.

Um Männer dabei zu unterstützen, haben Forschergruppen aus Münster und Marburg die Entscheidungshilfe „PSAInForm“ entwickelt. Diese gibt computerunterstützt allgemeinverständliche Informationen zu Vor- und Nachteilen der PSA-basierten Prostatakrebs-Früherkennung. Darüber hinaus wurde untersucht, welche Rolle es spielt, ob der PSA-Test von den Männern selbst bezahlt werden muss oder aber die Kosten erstattet werden.

Neben Dr. Dorothee Tiedje freuen sich über den Preis auch die Verantwortlichen der Studie, der ärztliche Leiter Prof. Dr. Axel Semjonow und die Studienkoordinatorin Christiane Bothe.

Unterstützt wurde das Projekt „PSAInForm“ von der Deutschen Krebshilfe. Es wurden knapp 1000 Männer zwischen 55 und 69 Jahren in die Studie eingeschlossen.

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