Schöpfungstag in Heilig Kreuz
Wege, die Welt zu retten

Münster -

Wie ist die Welt zu retten? Über diese große Frage diskutierten in der Kirche Heilig Kreuz Vertreter von Landwirtschaft sowie Natur, Tier- und Klimaschutz.

Montag, 08.04.2019, 23:00 Uhr
Stefan Werding (v.l.) moderierte das Gespräch mit Susanne Schulze Bockeloh (Landwirtschaftlicher Kreisverband), Dr. Rainer Hagencord (Institut für Theologische Zoologie), Dr. Thomas Hövelmann (Nabu) und Luca Thomas (Schüler des Hittorf-Gymnasiums, nimmt an den Demonstrationen „Fridays for Future“ in Münster teil).
Stefan Werding (v.l.) moderierte das Gespräch mit Susanne Schulze Bockeloh (Landwirtschaftlicher Kreisverband), Dr. Rainer Hagencord (Institut für Theologische Zoologie), Dr. Thomas Hövelmann (Nabu) und Luca Thomas (Schüler des Hittorf-Gymnasiums, nimmt an den Demonstrationen „Fridays for Future“ in Münster teil). Foto: klm

„Wir wollen die Welt retten – soweit das geht.“ Einen Beitrag leisten für die Bewahrung der Schöpfung war am Wochenende selbst gewählte Mission der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz. Dafür veranstaltete sie einen „Schöpfungstag“ mit Workshops, gemeinsamem Essen, Gottesdienst und einer Diskussion in der Kirche, bei der das Thema „Nachhaltigkeit“ unterschiedlich eingeschätzt wurde.

Die Grundidee hatte Moderator Stefan Werding, Pfarreirat (und Mitarbeiter dieser Zeitung), benannt und ergänzte: „Wir wollen sie retten und den Blick schärfen für das, was uns umgibt.“ Arbeite zum Beispiel die Landwirtschaft „schöpfungsgerecht?“, fragte Werding. Dies sei „eine Aufgabe für die Bauern“, erklärte Susanne Schulze Bockeloh vom Landwirtschaftlichen Kreisverband. „Wir müssen die Landwirtschaft nachhaltig machen und ressourcenoptimiert arbeiten.“ Zugleich sei ihr Berufsstand „ökonomischen Zwängen“ ausgesetzt. Trotzdem gelinge es.

Landwirtschaft in der Kritik 

Schulze Bockeloh als Bauern-Sprecherin war in der Folgezeit sowohl auf dem Podium als auch in Fragen des Publikums Ziel von viel Kritik. „In der Mast werden Tiere Opfer unseres immer größeren Hungers nach billigem Fleisch“, sagte Dr. Rainer Hagencord vom Institut für Theologische Zoologie, das an die Hochschule des Kapuziner-Ordens angegliedert ist. Dabei seien die Tiere den Menschen „so ähnlich“, etwa in ihrem Sozialverhalten.

Aus der Sicht von Dr. Thomas Hövelmann vom Naturschutzbund (Nabu) habe sich in den vergangenen 40 Jahren „da draußen“ manches nachteilig verändert, etwa bei der Artenvielfalt: „Wenn wir früher mit der Familie abends im Auto aus dem Grünen nach Hause gekommen sind, waren Windschutzscheibe und Scheinwerfer zugeklebt mit Insekten, die das Auto getroffen hatten. Die Scheibe ist jetzt sauberer“, sagte Hövelmann.

"Krieg gegen die Tiere" 

Hagencord erklärte, angesprochen auf den Zusammenhang von Ethik und Nachhaltigkeit: „Wen meinen wir im ,Vater unser’ mit ,uns’? Nur die Menschen? Wir befinden uns in einer landökonomischen und sozialen Katastrophe und in einem Krieg gegen die Tiere.“ Er wünschte sich, dass die Kirche für ihre Kantinen „nur noch mit solchen Bauern zusammenarbeitet, die nachhaltig wirtschaften“.

Auch ein Teilnehmer der Bewegung „Fridays for Future“ für Klimaschutz, der 17 Jahre alte Schüler Luca Thomas, kam zu Wort. Er will, dass seine Generation stärker an politischen Entscheidungen beteiligt wird, die diese Generation betreffen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6529929?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker