Marente de Moor las beim Literaturverein
„Ich schreibe wie ein Kind“

Münster -

„Ich schreibe im Bett. Ich lese im Bad“, bekannte Marente de Moor bei ihrer Lesung in der Stadtbücherei. Das machte ihre Faszination am Freitagabend aus: Humor und ihre Begeisterung für Sprache und ihren Klang. Hermann Wallmann hob ihren eigenen Sprachrhythmus hervor, der sich durch die Romane zieht.

Sonntag, 14.04.2019, 17:16 Uhr
Marente de Moor bei ihrer Lesung. Rechts Hermann Wallmann, Vorsitzender des Literaturvereins Münster.
Marente de Moor bei ihrer Lesung. Rechts Hermann Wallmann, Vorsitzender des Literaturvereins Münster. Foto: Conlan

Auf Einladung des Literaturvereins las die niederländische Schriftstellerin vor allem aus ihrem Roman „Aus dem Licht“. Es ist ihr drittes Buch, das in deutscher Übersetzung erschienen ist. Faszinierend ist die Geschichte: Der Erfinder des Films verschwindet auf seiner Reise, um das Patent anzumelden. Noch spannender sind der Schreibstil von de Moor, ihre Gedankenassoziationen, ihre Bilder, die Freude und Liebe zur Sprache, ihr Spiel damit und ihre Begeisterung dafür, die am Freitag immer wieder überschwappte. So unterbrach sie die Lesung, um sich über das deutsche Wort „Vorderpfoten“ zu begeistern. Es höre sich viel sanfter an als das holländische Pendant. „Kaninchen“ als Wort wollte sie nicht akzeptieren, manche Tiere seien doch so groß, sie seien ein „Kanin“.

Drei Jahre schrieb sie an den 300 Romanseiten, weil sie am Stil feilte und arbeitete. Doch immer wieder betonte sie ihren Spaß dabei: „Ich schreibe einfach die Bücher, die ich selber lesen möchte, die es noch nicht gibt. … Ich schreibe wie ein Kind“, betonte sie ihr Vergnügen beim Schreiben. Die Themenvielfalt des aktuellen Romans umfasst: neue Medien, Zeit, Vergänglichkeit, Erinnerungen, Erfindungen und menschliche Beziehungen und immer wieder Alltagsbeobachtungen.

Wallmann ist begeistert von ihren Romanen. Er bat die Schriftstellerin die ersten Sätze der anderen Romane zu lesen, um zu verdeutlichen, dass diese gleich den Leser fesseln. Er unterhielt sich mit de Moor über ihre journalistische Ausbildung, das Verhältnis zur Schriftstellerei der Mutter Margriet de Moor und das Verhältnis von Recherche, Fiktion und Autobiografischem.

Das Publikum war sehr aufmerksam und nutzte anschließend natürlich die Gelegenheit, sich die eigenen Bücher von de Moor signieren zu lassen.

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