Online-Betrug: Mehr als 400 Fälle
43-Jähriger legt Geständnis ab

Münster -

Ein 43-jähriger Geschäftsmann, der sich vor dem Landgericht unter anderem wegen Betruges verantworten muss, legte am Montag ein umfassendes Geständnis ab. In mehr als 400 Fällen soll er Kunden um mehr als 630.000 Euro geprellt haben.

Montag, 15.04.2019, 20:00 Uhr
 
 Betrug und Insolvenzverschleppung: Der 43-jährige Geschäftsmann legte am Montag ein umfassendes Geständnis ab. Foto: dpa

Der 43-jährige Online-Händler aus Münster hat am Montag vor dem Landgericht ein umfassendes Geständnis abgelegt. Seit Ende März muss sich der Unternehmer vor der 22. Großen Strafkammer verantworten – wegen Insolvenzverschleppung, Bankrotts und gewerbsmäßigen Betruges.

Der Online-Handel mit Möbeln und Sanitärprodukten geriet ins Wanken, nachdem ein Lieferant keine langen Zahlungsziele mehr eingeräumt hatte. Nur noch dank neuer Kundenanzahlungen konnten ältere Geschäfte finanziert werden. 2012 soll die Gesellschaft zahlungsunfähig gewesen sein.

Dennoch stellte der 43-Jährige entgegen seiner gesetzlichen Verpflichtung keinen Insolvenzantrag, sondern schönte stattdessen die Bücher, fälschte Bilanzen – und nahm weiter Bestellungen und Geld entgegen, obwohl er wusste, dass er die bestellten Waren wohl nicht mehr liefern kann. In rund 440 Fällen soll den Kunden ein Schaden von mehr als 630 000 Euro entstanden sein.

Betrug statt Insolvenzantrag 

Vor Gericht räumte er am Montag alle Taten ein. Ja, er habe gegen die Insolvenzordnung verstoßen, ja, er habe die Handelsbücher nicht nach den Vorschriften geführt und eine Bilanz frisiert. „Dafür übernehme ich die unternehmerische und strafrechtliche Verantwortung“, stellte der 43-Jährige in einer schriftlichen Einlassung klar, die sein Verteidiger verlas.

Und auch den Betrug „an einer Vielzahl von Kunden“ räumte er ein. Billigend habe er in Kauf genommen, dass sie die bestellte Ware nicht erhalten werden. „Es ist mir bewusst, dass Kunden Geld ansparen mussten, um sich diese Einkäufe leisten zu können.“

Der 43-Jährige bat um eine milde Strafe. Ein Urteil wurde jedoch noch nicht gesprochen. Der Prozess wird am 25. April vor dem Landgericht fortgesetzt.

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