Brahms-Requiem in St. Joseph
Junge Stimme im Klangmeer

Münster -

Glasklar erschallt der junge Sopran von Suzan Laiche durch die bis zum letzten Platz gefüllte St. Joseph Kirche. Sichere Spitzentöne, samtweicher Klang und die beachtlich saubere Intonation zeichnen die junge Sängerin aus, die gerade erst ihr Abitur macht.

Montag, 15.04.2019, 19:24 Uhr
Präsentierten das Requiem von Brahms (v.l.): Winfried Müller (Leitung), Mathis Koch (Bariton) und Suzan Laiche (Sopran) sowie Andreas Grau und Götz Schumacher (Klavier).
Präsentierten das Requiem von Brahms (v.l.): Winfried Müller (Leitung), Mathis Koch (Bariton) und Suzan Laiche (Sopran) sowie Andreas Grau und Götz Schumacher (Klavier). Foto: Heike Eickhoff

Glasklar erschallt der junge Sopran von Suzan Laiche durch die bis zum letzten Platz gefüllte St. Joseph Kirche. Sichere Spitzentöne, samtweicher Klang und die beachtlich saubere Intonation zeichnen die junge Sängerin aus, die gerade erst ihr Abitur macht. Seit ihrer Kindheit singt sie in den Chören von St. Joseph, hat schon vor einigen Jahren eine Messe komponiert, sehr gute Erfolge in Musikwettbewerben errungen und ist bereits Jungstudentin an der Musikhochschule Münster. Am Sonntag stand sie als Solistin im Deutschen Requiem von Johannes Brahms vor dem Chor. Es war eine gelungene Besetzung an der Seite des versierten Baritons Mathis Koch (Mitglied des Rundfunkchors Berlin).

Projektchor und Jugendchor St. Joseph brillierten mit allesamt blitzsauberen Chorsätzen; das Klavierduo Andreas Grau und Götz Schumacher setzte virtuose instrumentale Akzente dazu. Winfried Müller (Kantor an St. Joseph) leitete das gelungene Requiem mit weich modulierenden Bewegungen, hielt es stetig in Fluss und sorgte lächelnd für blitzblanke Choreinsätze. Selbst am Ende klangen die Chöre noch fast entspannt. Nur ein paar Spitzentöne der Soprane zeigten, dass das Deutsche Requiem vollen Einsatz fordert.

Entspannt floss der Chorsatz „Herr, Du bist würdig“ als einer der vielen Höhepunkte des rundherum gelungenen Konzerts durch die Kirche. Strahlendes C-Dur ertönte vom Klavierduo präzise und mit fein differenzierter Dynamik begleitet. Brahms wusste sowohl um die Technik der Fuge als auch um die Charakteristika der Tonarten und reizte in seinem Requiem beides romantisch umhüllt voll aus. Einsätze, Abschlüsse und Dynamik stimmten in St. Joseph in jedem Takt, wie überhaupt während des gesamten Requiems.

Mathis Koch zelebrierte seine Solopartien mit dezent verwendetem Vibrato auf langen Tönen, Phrasenenden und warmem Timbre. Ein Festmahl für die Ohren, im Zusammenspiel mit dem Chor – tadellos.

Die Pianisten Andreas Grau und Götz Schumacher teilten sich den Flügel und schufen ein delikates Klangmeer. Brahms selbst hatte diese Version mit Klavier statt Orchester angefertigt. Grau und Schumacher legten bereits zur Eröffnung des Konzerts mit Musik Schuberts (Allegro a-Moll, D 947) ihre beachtliche pianistische Visitenkarte vor. Die Zuhörer dankten am Ende mit sehr großem Beifall.

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