Was wurde aus den Flüchtlingen von Haus Heidhorn?
„Ich möchte Deutschland danken“

Münster-Hiltrup -

Mitten auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise entstanden zahlreiche Notunterkünfte. Unter anderem wurde die ehemalige Pflegeeinrichtung auf Haus Heidhorn umgebaut. Wie ist es den Menschen ergangen, die dort damals eine provisorische Bleibe gefunden haben?

Donnerstag, 18.04.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 18.04.2019, 09:14 Uhr
Mittlerweile lebt die Familie Boudin in einer Mietwohnung. Ihre erste Bleibe war jedoch vor drei Jahren die Notunterkunft auf Haus Heidhorn, später die Einrichtung am Vennheideweg. Im Januar sind Sana und Mohammed Boudin zum dritten Mal Eltern geworden.
Mittlerweile lebt die Familie Boudin in einer Mietwohnung. Ihre erste Bleibe war jedoch vor drei Jahren die Notunterkunft auf Haus Heidhorn, später die Einrichtung am Vennheideweg. Im Januar sind Sana und Mohammed Boudin zum dritten Mal Eltern geworden. Foto: mlü

Vor zwei Jahren wurde die Notunterkunft auf Haus Heidhorn wieder geschlossen. Die meisten Syrer genießen mittlerweile subsidiären Schutz. Einer von ihnen ist Mohammed Bidoun. Er hat sich mit einer Bitte an unsere Zeitung gewandt: „Ich möchte Deutschland danken.“

Knapp anderthalb Jahre lebte er mit seiner Familie auf Haus Heidhorn, dann noch einmal anderthalb Jahre in der Notunterkunft am Vennheideweg. Mittlerweile konnte er eine Wohnung in der Waldsiedlung in Angelmodde-West für sich und seine Familie ergattern. Im Januar ist er zum dritten Mal Vater geworden. Er arbeitet als Maler-Azubi bei einem Betrieb in Münster. „Ich will mich hier beweisen“, sagt er.

Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Pflegeheim Haus Heidhorn

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  • Im ehemaligen Pflegeheim Haus Heidhorn sollen ab Mitte Oktober 100 Flüchtlinge unterkommen. Zur Bürgerinformation im benachbarten neuem Pflegeheim kamen rund 200 Interessierte, Nachbarn und Ehrenamtliche. Wie kommen Flüchtlingskinder von hier aus zur Schule? Wie kann die Nachbarschaft mit dem neuem Pflegeheim gelingen? Das Sozialamt der Stadt Münster und die Alexianer als Trägergesellschaft standen Rede und Antwort. Foto: mlü
  • Im ehemaligen Pflegeheim Haus Heidhorn sollen ab Mitte Oktober 100 Flüchtlinge unterkommen. Zur Bürgerinformation im benachbarten neuem Pflegeheim kamen rund 200 Interessierte, Nachbarn und Ehrenamtliche. Wie kommen Flüchtlingskinder von hier aus zur Schule? Wie kann die Nachbarschaft mit dem neuem Pflegeheim gelingen? Das Sozialamt der Stadt Münster und die Alexianer als Trägergesellschaft standen Rede und Antwort. Foto: mlü
  • Im ehemaligen Pflegeheim Haus Heidhorn sollen ab Mitte Oktober 100 Flüchtlinge unterkommen. Zur Bürgerinformation im benachbarten neuem Pflegeheim kamen rund 200 Interessierte, Nachbarn und Ehrenamtliche. Wie kommen Flüchtlingskinder von hier aus zur Schule? Wie kann die Nachbarschaft mit dem neuem Pflegeheim gelingen? Das Sozialamt der Stadt Münster und die Alexianer als Trägergesellschaft standen Rede und Antwort. Foto: mlü
  • Im ehemaligen Pflegeheim Haus Heidhorn sollen ab Mitte Oktober 100 Flüchtlinge unterkommen. Zur Bürgerinformation im benachbarten neuem Pflegeheim kamen rund 200 Interessierte, Nachbarn und Ehrenamtliche. Wie kommen Flüchtlingskinder von hier aus zur Schule? Wie kann die Nachbarschaft mit dem neuem Pflegeheim gelingen? Das Sozialamt der Stadt Münster und die Alexianer als Trägergesellschaft standen Rede und Antwort. Foto: mlü
  • Im ehemaligen Pflegeheim Haus Heidhorn sollen ab Mitte Oktober 100 Flüchtlinge unterkommen. Zur Bürgerinformation im benachbarten neuem Pflegeheim kamen rund 200 Interessierte, Nachbarn und Ehrenamtliche. Wie kommen Flüchtlingskinder von hier aus zur Schule? Wie kann die Nachbarschaft mit dem neuem Pflegeheim gelingen? Das Sozialamt der Stadt Münster und die Alexianer als Trägergesellschaft standen Rede und Antwort. Foto: mlü
  • Im ehemaligen Pflegeheim Haus Heidhorn sollen ab Mitte Oktober 100 Flüchtlinge unterkommen. Zur Bürgerinformation im benachbarten neuem Pflegeheim kamen rund 200 Interessierte, Nachbarn und Ehrenamtliche. Wie kommen Flüchtlingskinder von hier aus zur Schule? Wie kann die Nachbarschaft mit dem neuem Pflegeheim gelingen? Das Sozialamt der Stadt Münster und die Alexianer als Trägergesellschaft standen Rede und Antwort. Foto: mlü
  • Im ehemaligen Pflegeheim Haus Heidhorn sollen ab Mitte Oktober 100 Flüchtlinge unterkommen. Zur Bürgerinformation im benachbarten neuem Pflegeheim kamen rund 200 Interessierte, Nachbarn und Ehrenamtliche. Wie kommen Flüchtlingskinder von hier aus zur Schule? Wie kann die Nachbarschaft mit dem neuem Pflegeheim gelingen? Das Sozialamt der Stadt Münster und die Alexianer als Trägergesellschaft standen Rede und Antwort. Foto: mlü
  • Im ehemaligen Pflegeheim Haus Heidhorn sollen ab Mitte Oktober 100 Flüchtlinge unterkommen. Zur Bürgerinformation im benachbarten neuem Pflegeheim kamen rund 200 Interessierte, Nachbarn und Ehrenamtliche. Wie kommen Flüchtlingskinder von hier aus zur Schule? Wie kann die Nachbarschaft mit dem neuem Pflegeheim gelingen? Das Sozialamt der Stadt Münster und die Alexianer als Trägergesellschaft standen Rede und Antwort. Foto: mlü
  • Im ehemaligen Pflegeheim Haus Heidhorn sollen ab Mitte Oktober 100 Flüchtlinge unterkommen. Zur Bürgerinformation im benachbarten neuem Pflegeheim kamen rund 200 Interessierte, Nachbarn und Ehrenamtliche. Wie kommen Flüchtlingskinder von hier aus zur Schule? Wie kann die Nachbarschaft mit dem neuem Pflegeheim gelingen? Das Sozialamt der Stadt Münster und die Alexianer als Trägergesellschaft standen Rede und Antwort. Foto: mlü
  • Im ehemaligen Pflegeheim Haus Heidhorn sollen ab Mitte Oktober 100 Flüchtlinge unterkommen. Zur Bürgerinformation im benachbarten neuem Pflegeheim kamen rund 200 Interessierte, Nachbarn und Ehrenamtliche. Wie kommen Flüchtlingskinder von hier aus zur Schule? Wie kann die Nachbarschaft mit dem neuem Pflegeheim gelingen? Das Sozialamt der Stadt Münster und die Alexianer als Trägergesellschaft standen Rede und Antwort. Foto: mlü
  • Im ehemaligen Pflegeheim Haus Heidhorn sollen ab Mitte Oktober 100 Flüchtlinge unterkommen. Zur Bürgerinformation im benachbarten neuem Pflegeheim kamen rund 200 Interessierte, Nachbarn und Ehrenamtliche. Wie kommen Flüchtlingskinder von hier aus zur Schule? Wie kann die Nachbarschaft mit dem neuem Pflegeheim gelingen? Das Sozialamt der Stadt Münster und die Alexianer als Trägergesellschaft standen Rede und Antwort. Foto: mlü
  • Im ehemaligen Pflegeheim Haus Heidhorn sollen ab Mitte Oktober 100 Flüchtlinge unterkommen. Zur Bürgerinformation im benachbarten neuem Pflegeheim kamen rund 200 Interessierte, Nachbarn und Ehrenamtliche. Wie kommen Flüchtlingskinder von hier aus zur Schule? Wie kann die Nachbarschaft mit dem neuem Pflegeheim gelingen? Das Sozialamt der Stadt Münster und die Alexianer als Trägergesellschaft standen Rede und Antwort. Foto: mlü

Flucht vor dem Bürgerkrieg

Am schwierigsten sei es gewesen, die deutsche Sprache zu lernen. „Aber wenn man diesen Druck hat, sein Leben ganz von vorne zu beginnen, dann bist du voll motiviert.“ In Syrien gehörte seiner Familie ein mittelständisches Unternehmen, dass Gasflaschen ausgeliefert hat. „Uns gehörten zwölf Lieferwagen.“

Doch dann kam der Bürgerkrieg und Bidouns flohen in die Türkei. „Dort konnten wir nicht bleiben, in der Türkei hätten wir auf der Straße gelebt“, sagt der 31-Jährige. Die Familie gab alles verbliebene Geld einer Schlepperbande.

Mit kaum seetüchtigen Booten ging es über die Ägäis nach Griechenland. Auf jedem Boot mussten sich 60 Menschen zusammenquetschen. „Ich möchte nicht darüber nachdenken, was passiert wäre, wenn eines meiner Kinder über Bord gegangen wäre“, sagt Mohammed Bidoun. Doch für ihn gab es damals nur eine Richtung: „Vorwärts.“

Blick auf deutsche Gepflogenheiten

Seinem Vater und Bruder sei die Eingewöhnung in Deutschland nicht so leicht gefallen wie ihm. Er wisse, dass sich nicht alle Flüchtlinge und Migranten so reinhängen wie er selbst. Manchmal ärgert er sich aber auch über seine deutschen Mitschüler: „Viele junge Azubis passen im Unterricht nicht auf. Sie wissen den Frieden in Deutschland nicht zu schätzen. Dabei wurde viel Blut für diesen Frieden im Zweiten Weltkrieg vergossen.“

Die Sprache lernen ist das eine – die deutsche Kultur zu verstehen das andere. Was ist ihm zu Anfang noch schwer gefallen? „Ich habe gelernt, dass man hier in Deutschland tatsächlich an einer roten Ampel anhalten muss“, sagt er und lacht. Was er in Deutschland nicht so gut findet? „Ihr müsst besser euch besser um eure alten Menschen kümmern.“

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