Workshop für faire Mode
Verbraucher haben Sinn für Qualität verloren

Münster -

Was ist eigentlich faire Mode? Das wird gerade in über 90 Ländern auf der „Fashion Revolution Week“ erörtert. Die Aktionswoche zum Thema Fairness in der Modebranche läuft derzeit zum ersten Mal auch in Münster.

Mittwoch, 24.04.2019, 18:16 Uhr aktualisiert: 24.04.2019, 19:03 Uhr
Eröffneten die „Fashion Revolution Week“ (v.l.): Prof. Dr. Carolin Tewes mit Jan Rüter (Clean Clothes Münster) )und Philipp Spangenberg vom Label Fuxbau.
Eröffneten die „Fashion Revolution Week“ (v.l.): Prof. Dr. Carolin Tewes mit Jan Rüter (Clean Clothes Münster) )und Philipp Spangenberg vom Label Fuxbau. Foto: David Luys

Armut, Ausbeutung und Bekleidung als Wegwerfware – auf diese Probleme der Modebranche möchte die Bewegung „Fashion Revolution Week“ aufmerksam machen. 2013 gründete sich die globale Kampagne als Reaktion auf den Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesh, die 1134 Menschen unter sich begrub. Der Einsturz hatte vielen die katastrophalen Produktionsbedingungen ins Gedächtnis gerufen.

In dieser Woche findet die „Fashion Revolution Week“ in über 90 Ländern statt. Jetzt läuft sie unter dem Slogan „Who Made My Clothes?“ (Wer hat meine Kleidung gemacht) zum ersten Mal auch in Münster. Die Veranstalter sind 20 lokale Initiativen und Modelabels. Jan Rüter von Clean Clothes Münster ist einer der Organisatoren. Philipp Spangenberg eröffnete die Veranstaltung mit einer Vorstellung seines Modeunternehmens Fuxbau und einem Einblick, was faire Mode bedeutet: Transparenz, Fair Trade, soziales Engagement und nachhaltige Produktionsweisen und Materialien.

Im Schnitt fünf Kleidungsstücke im Monat

Professorin Dr. Carolin Tewes von der FOM-Hochschule Essen stellte ihre Forschungsergebnisse über die Modebranche vor. So kaufen Deutsche im Schnitt fünf neue Kleidungsstücke im Monat. Frauen besitzen demnach 118, Männer 73 Kleidungsstücke im Schnitt.

Tewes kritisierte: „Wenn die Leute Kleidung nur ausmustern würden, wenn sie echt durch ist, dann bräuchten sie nach drei Jahren ein Ankleidezimmer.“ In ihren Augen haben die Verbraucher jeglichen Sinn für Qualität verloren, Kleidung sei heute eine reine Wegwerfware.

Die Fashion Revolution Week möchte diese Probleme angehen und setzt dabei auf Sensibilisierung für die Zustände in den Fabriken. „Wir möchten auf die Macht der Konsumenten hinweisen“, stellte Jan Rüter klar. Die Fashion Revolution Week geht noch bis zum Sonntag (28. April).

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