„Center for Litera­ture“ lädt auf Burg Hülshoff zum Kartenlegen
Das Gespenst des Neo-Biedermeier

Münster -

In der neuen Veranstaltungsreihe „Das Biedermeier-Phantasma“ öffnet sich das „Center for Litera­ture“ einer Befragung der eigenen Geschichte und der eigenen Prämissen. Das Droste-Museum auf Burg Hülshoff macht das Familienleben der Biedermeierzeit des 19. Jahrhunderts erlebbar.

Mittwoch, 24.04.2019, 19:04 Uhr
Unter dem Titel „Spuk von drinnen“ legt die Künstlerin Anna Zett (l.), und Lina Krüger unterlegt dies mit Musik.
Unter dem Titel „Spuk von drinnen“ legt die Künstlerin Anna Zett (l.), und Lina Krüger unterlegt dies mit Musik. Foto: Louis Ayl

Der Rückzug ins Heim, ein intensiviertes Familienleben, Kammermusik, Sticken, Nähen waren prägend für diese Epoche. Auch heute führen Globalisierung, Kriege und Flüchtlingsmigrationen zu einer zunehmenden Erschütterung der politischen Landschaft. Das Krisengefühl ist permanent. All das führt wieder zu einer Flucht ins Bewährte – das private Zuhause. Das Gespenst des Neo-Biedermeier geht um in Deutschland. Das Center for Literature klopft mit seiner Veranstaltungsreihe „Das Biedermeier-Phantasma“ mit dem Stimmhämmerchen an diese vermeintlich heile Welt.

Zum Auftakt der Reihe am Freitag und Samstag auf Burg Hülshoff legt das Center for Literature seinen Gästen die Karten. Unter dem Titel „Spuk von drinnen“ präsentiert die Künstlerin und Autorin Anna Zett eine partizipative Tarot-Kartenlegung, die von der Musikerin Lina Krüger begleitet wird.

Anna Zett verbindet in ihren künstlerischen Arbeiten, die bereits im Whitney Museum New York oder im Haus der Kulturen der Welt Berlin gezeigt wurden, historische Recherche und analytische Perspektive mit einer spielerischen, dialogischen Herangehensweise, heißt es in einer Pressemitteilung.

Ihr Tarot-Kartenspiel „Industrie und Glück“ spielt mit Motiven der Weimarer Republik, einer Zeit, die einen echten gesellschaftlichen Bruch bedeutete: den hin zur Demokratie. Die Gäste werden Teil einer persönlichen Performance, die, passend zur anstehenden Europawahl am 26. Mai, die Fragen stellt: Was bedeutet es, politisch und emotional seine Stimme abzugeben? Wer hat keine Stimme, und wieso? Wie finde ich meine eigene Stimme, und wozu?

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Die Karten werden gelegt am Freitag und Samstag (26. und 27. April) jeweils um 17 und 20 Uhr auf Burg Hülshoff, Schonebeck 6. Begrenzte Platzzahl, Vorverkauf dringend empfohlen; Karten (15 / 10 Euro) online:   | burg-huelshoff.reservix.de/  events

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