„Im Keller“: Javkhlan Ariunbold und Jörg Kratz
Ordnung – ein Schatten ihrer selbst

Münster -

Räume sind in Münster rar. Solche besonders: Offspaces, wie im deutschsprachigen Raum nichtkommerzielle, unabhängige Ausstellungsräume für junge, unetablierte zeitgenössische Kunst bezeichnet werden. Studierende der Kunstakademie haben vor einiger Zeit einen solchen Freiraum aufgetan.

Donnerstag, 25.04.2019, 19:02 Uhr
Ordnung ist das halbe Leben, heißt es. Javkhlan Ariunbold und Jörg Kratz zeigen „im Keller“ einen ironischen Kommentar.
Ordnung ist das halbe Leben, heißt es. Javkhlan Ariunbold und Jörg Kratz zeigen „im Keller“ einen ironischen Kommentar. Foto: Gerhard H. Kock

Räume sind in Münster rar. Solche besonders: Offspaces, wie im deutschsprachigen Raum nichtkommerzielle, unabhängige Ausstellungsräume für junge, unetablierte zeitgenössische Kunst bezeichnet werden. Studierende der Kunstakademie haben vor einiger Zeit einen solchen Freiraum aufgetan. Mitten in der Stadt. Im Hinterhof: „im Keller“. So heißt der Raum, in dem Javkhlan Ariunbold und Jörg Kratz jetzt ihre „Schattenwand“ zeigen – eine Provokation für den schönen deutschen Ordnungswahn.

Offspace „im Keller“: Javkhlan Ariunbold & Jörg Kratz

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  • www.im-keller.info

    Foto: Gerhard H. Kock
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Den großen Keller mit Lattenwand als Raumteiler machen Ariunbold und Kratz zu einem Werkzeugkeller. Dabei ist er komplett leer: gleichsam ein Schatten seiner selbst. Denn lediglich Pappen sind an zwei Wände geklebt – improvisiert, provisorisch, letztlich anarchisch. Wie in einem Bauteile-Rahmen sind die Umrisse bekannter (oder weniger bekannter) Werkzeuge zueinandergefügt. Solche „Schattenwände“ dienen jenseits dieser Arbeit dazu, jedem Werkzeug seinen Platz zuzuweisen: Schließlich soll es selbst in einer Werkstatt sauber und ordentlich aussehen. Was wiederum an den Albert Einstein untergeschobenen Spruch denken lässt: „Wenn ein unordentlicher Schreibtisch ein Zeichen für einen unordentlichen Geist ist, worauf weist dann ein leerer Schreibtisch hin?“

Die beiden versetzt stehenden Wände ergänzen sich in einer Perspektive zu einem Wandfries, das Ähnlichkeiten mit ägyptischen Hieroglyphen aufweist.

Eine erste Überraschung dieser Ausstellung: Ariunbold und Kratz sind für gänzlich andere, deutlich weniger spielerische Arbeiten bekannt. Und doch lassen sich raffinierte Bezüge freilegen. Schließlich spielt im Werk von Ariunbold das Dekorative eine nicht unwesentliche Rolle, und in den Gemälden von Kratz ist der Schatten ein wiederkehrendes Kennzeichen. „Im Keller“ trifft beides zusammen.

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Die Vernissage ist am Freitag (26. April) um 19 Uhr „im Keller“, Aegidiistraße 46/47 (Einfahrt: „Aegidiihof“). Geöffnet am Sonntag (28. April) sowie Mittwoch (1. Mai) jeweils von 14 bis 20 Uhr. Eintritt frei.   | www.im-keller.info

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