Prozess vor dem Landgericht
Sechs Jahre Haft für 26-Jährigen

Münster -

Zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilte die 9. Große Strafkammer beim Landgericht am Freitag einen 26 Jahre alten niederländischen Staatsbürger. Er hat aus einer Kinderhauser Wohnung Drogen verkauft.

Freitag, 26.04.2019, 18:15 Uhr aktualisiert: 26.04.2019, 18:20 Uhr
 
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Zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilte die 9. Große Strafkammer beim Landgericht am Freitag einen 26 Jahre alten niederländischen Staatsbürger. Er war angeklagt, im Oktober und November 2018 in einem ihm zur „Untermiete“ überlassenen Appartement in Kinderhaus Drogen in erheblicher Menge verkauft und gelagert zu haben. Außerdem muss der Verurteilte 14 500 Euro Wertersatz für die gedealten Drogen leisten. Der Haftbefehl wurde vom Gericht aufrecht erhalten.

Nach Ansicht des Staatsanwaltes waren fünf Straftaten zweifelsfrei nachzuweisen, für weitere 27 vermutete und wahrscheinliche Vergehen reiche die Beweislage nicht aus, so dass bei der Strafzumessung lediglich von fünf Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz auszugehen sei. Er forderte in seinem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten.

Chance vertan

Die Verteidigerin meinte, dass einige Zeugen wenig glaubwürdig ausgesagt hätten. Zudem habe ihr Mandant ein Teilgeständnis abgelegt und sich fest vorgenommen, nach Abschluss des Verfahrens ein straffreies Leben zu führen. Sie halte eine Gesamtstrafe von drei Jahren und sechs Monaten für ausreichend.

Der Vorsitzende Richter stellte an dem dritten Verhandlungstag klar, dass der Angeklagte die Chance, sein Leben zu ändern, vertan habe. „Diese Perspektive haben Sie sich im Herbst 2018 selbst verbaut“, hielt er dem Angeklagten vor. Er sei kurz zuvor wegen einer Berufung in einem einschlägigen Strafprozess vorläufig auf freien Fuß gesetzt worden. „Und dann machen Sie sofort genau da weiter, weswegen Sie inhaftiert waren“, so der Richter.

Freundin kann Tränen nicht zurückhalten

Während der Urteilsverkündung konnte die Freundin des Angeklagten ihre Tränen nicht zurück halten. Auch von der Anklagebank war laut vernehmbares Schluchzen zu hören. Wie der Vorsitzende Richter nachdrücklich betonte, kam eine Bewertung als minderschwerer Fall nicht in Betracht, das habe die Kammer bei der Strafzumessung ebenfalls berücksichtigt. Daher seien zwei Jahre und acht Monate Freiheitsstrafe aus dem Berufungsverfahren einzubeziehen.

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