Umgestaltung der Windthorstraße
Lebhafte Debatte über Anlehnbügel

Münster -

Die Umgestaltung auf der Windthorststraße löst eine lebhafte Debatte aus. Insbesondere die im Straßenraum platzierten Anlehnbügel für Fahrräder sorgen für Kritik. Es gibt aber auch Lob.

Sonntag, 28.04.2019, 13:00 Uhr aktualisiert: 28.04.2019, 13:20 Uhr
Die neu aufgestellten Fahrradanlehnbügel sorgen für eine kontroverse Debatte.
Die neu aufgestellten Fahrradanlehnbügel sorgen für eine kontroverse Debatte. Foto: Matthias Ahlke

An der von der Bezirksvertretung Mitte beschlossenen und jetzt von der Stadt in Angriff genommenen Umgestaltung der Windthorststraße entzündet sich Kritik – insbesondere die in den Straßenraum vorgezogenen Fahr­radanlehnbügel sorgen für Kopfschütteln.

Eine „enorme Unfallgefahr“ sieht etwa Susanne Dähne in deren Aufstellung „jenseits der Regenrinne“. Sie schreibt in der Debatte auf der Facebook-Seite unserer Zeitung: „Unfassbar, wie man so etwas bei der Planung nicht beachten kann!“

Leser machen Vorschläge

Martin Schmedding hätte sich „zunächst ein schlüssiges Konzept“ gewünscht, ehe „man das Geld der Bürger ausgibt“. Die Windthorststraße funktioniere, so wie jetzt sei, nicht.

Sein Vorschlag: „Ich würde leicht außermittig eine baulich abgesetzte Radspur rot markiert machen, links und rechts daneben Flächen für die Fußgängerströme vom und zum Bahnhof und einen Grün- bzw. Baumstreifen incl. Bänken, Laternen und Fahrradbügel.“ Allerdings finden sich auf der Windthorststraße zusätzlich noch Lieferverkehr und Müllfahrzeuge.

Fahrrad-Situation am Hauptbahnhof Münster

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  • Bis Ende Januar 2018 war hinter diesem Zaun an der Bremer Straße Platz für knapp 1.800 Fahrräder. Für die Bauarbeiten an der Ostseite des Hauptbahnhofs musste der Bereich geräumt werden. Bis zur geplanten Fertigstellung der neuen Gebäude in zwei Jahren müssen die Radfahrer auf alternative Stellplätze ausweichen.

    Foto: Christine Bader
  • Im Hamburger Tunnel hat die Stadt Münster Mitte 2017 Doppelstockständer für 400 Fahrräder aufgestellt. Diese können den Bedarf allerdings noch lange nicht decken.

    Foto: Christine Bader
  • Zu Stoßzeiten ist es schwer, einen regulären Stellplatz zu finden. Außer den Doppelstockständern im Hamburger Tunnel gibt es nur die Radstation als überdachte Abstell-Alternative. Aber auch diese ist regelmäßig ausgebucht.

    Foto: Christine Bader
  • Die Fahrradflut vor dem Hamburger Tunnel prägt seit langem das Bild auf der Vorderseite des Hauptbahnhofes.

    Foto: Christine Bader
  • Pläne, Fahrradparkplätze im Parkhaus Bahnhofsstraße einzurichten, hat die Stadt Münster wieder verworfen. Stattdessen muss der Berliner Platz als Stellplatz herhalten.

    Foto: Melina Liethmann
  • Am Berliner Platz reihen sich die Fahrräder an- und aufeinander.

    Foto: Melina Liethmann
  • Die offiziellen Stellplätze reichen längst nicht für alle Leezen: Wer „wildparkt“ läuft Gefahr, abgeschleppt zu werden. Wiederfinden kann man sein Fahrrad bei der Fahrradfundstelle am Industrieweg.

    Foto: Melina Liethmann
  • In der Hektik den Zug zu erwischen, passiert auch mal das ein oder andere Missgeschick.

    Foto: Melina Liethmann
  • Auch Fußgänger bekommen die Fahrradparkplatz-Knappheit zu spüren. Viele Radler weichen auf den Gehweg aus.

    Foto: Melina Liethmann

Jörg Basler spricht von „weiterem Stückwerk im Zuge der Bahnhofsfehlplanung“: „zu wenig Fahr­radabstellanlagen trotz besseren Wissens“, so seine Kritik.

Fahrradleichen vermeiden

Allerdings findet sich auch grundsätzliche Zustimmung zu den neuen Fahrradanlehnbügeln. „Ich finde sie super“, schreibt etwa Carola Hell. Wer sein Fahrrad daran anbinde, müsse keine Angst haben, dass es umgestoßen werde. Christian Böhnke schlägt vor, die Parkzeit für Räder zu begrenzen: „Drei Tage und weg damit.“ Dann komme es nicht vor, „dass Fahrradleichen da stehen bleiben“.

Bei einer anderen Maßnahme sieht Susanne Dähne Licht wie Schatten: „Grundsätzlich gut ist ja, dass der Bordstein an der Windt­horststraße im Übergang zur Von-Vincke-Straße abgesenkt wurde.“ Aber es sei so schlecht gemacht, dass sich nach dem Regen am Morgen direkt das Wasser hier gesammelt habe. „,Holperfrei` kommt man immer noch nicht über diese Stelle.“

Bei einem nicht repräsentativen Internet-Voting unserer Zeitung fand bis zum Freitagabend nur ein knappes Drittel der Abstimmenden die Anlehnbügel an der Windthorststraße gut. Ein weiteres Drittel bezeichnete sie als „gut, aber nicht richtig positioniert“. 30 Prozent hielten die Maßnahme für „nicht gut“.

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