Europawahlkampf-Auftakt der Union
Glanz in der „westfälischen Tundra“

Münster -

Am Samstag starteten CDU und CSU in der Halle Münsterland in den Europa-Wahlkampf. 2000 Parteianhänger und Interessierte waren dabei. Bei den angereisten Journalisten war vor allem eine Spitzenpolitikerin als Interviewpartnerin gefragt.

Sonntag, 28.04.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 28.04.2019, 18:42 Uhr
Die politische Prominenz von CDU und CSU klatschte mit, als am Ende der Wahlkampfveranstaltung in der Halle Münsterland eine Blaskapelle durch den Saal zog.
Die politische Prominenz von CDU und CSU klatschte mit, als am Ende der Wahlkampfveranstaltung in der Halle Münsterland eine Blaskapelle durch den Saal zog. Foto: Matthias Ahlke

Nur einmal wird es in der Halle Münsterland spürbar unruhig, nämlich als der Unternehmer Stephan Fleck über das europäische Austauschprogramm für Azubis berichtet. Es sei kein Problem, junge Ausländer nach Deutschland zu holen, so der bekennende Rheinländer, nur in der „westfälischen Tundra“ sei es schwierig.

Der redegewandte Wirtschaftsvertreter, Teilnehmer einer politischen Talkrunde vorne auf der Bühne, hätte sich diesen verbalen Schlenker besser verkniffen, denn viele der rund 2000 Gäste an diesem Samstagnachmittag entstammen besagter „westfälischer Tundra“.

Wie schlägt sich der Bayer bei den Preußen?

Das wird bereits deutlich, als weit vor den Auftritten der Polit-Prominenz eine Musikband für Stimmung sorgt. Der Sänger fragt zwischendurch nach der Herkunft des Publikums. Beim Stichwort „Münster und Umgebung“ gehen Hunderte Hände hoch, danach verteilt es sich. Ein paar aus dem Ruhrgebiet, ein paar Kölner und so weiter. Die bayerische Fraktion in der Halle ist klein, aber immerhin lautstark. Kein Wunder, denn sie wird vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder eigens begrüßt.

CDU und CSU starten Europawahlkampf in Münster

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  • CDU und CSU sind heute in Münster mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung in den Europawahlkampf gestartet.

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  • Vor rund 2000 Parteianhängern in der Halle Münsterland traten unter anderem ...

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  • ... CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer, CSU-Parteichef Markus Söder und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet auf.

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  • Sehen Sie im Folgenden weitere Impressionen aus der Halle Münsterland.

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Gerhard Bonn, aktiv in der münsterischen Senioren-Union, sitzt im Block G und verfolgt das Geschehen bei diesem Wahlkampfauftakt ganz aufmerksam. „AKK“ habe er schon mal „beim Bundeskongress der Senioren-Union in Magdeburg“ erlebt, so Bonn. „Aber wie sich der Bayer Söder bei uns in Preußen schlägt, das interessiert mich schon.“ Söder gibt sich betont locker, ohne Schlips sitzt er vorn auf der Bühne und schwätzt zwischendurch gerne mal mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Nur dass am Ende der Veranstaltung mehr Journalisten die CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer umlagern als ihn, das scheint ihn zu ärgern. Schnell ist er weg.

Mit mehr Publikum gerechnet

Quasi mit professionellem Blick beobachtet die frühere CDU-Ratsfrau Helga Welker die Szenerie. Sie ist Aufsichtsratsvorsitzende der Halle Münsterland und freut sich, dass die Organisation so gut klappt. „Wir können uns hier sehr gut präsentieren.“ Dass die Halle als Austragungsort für eine bundesweit beachtete Veranstaltung gewählt worden sei, „darauf kann man schon stolz sein“.

Welker verhehlt aber nicht, dass sie mit mehr Publikum und einem größeren öffentlichen Interesse gerechnet habe.

In der Tat: Trotz des Sofas (wie bei „Wetten, dass . . .?“) auf der Bühne und der Blaskapelle am Ende hat die Veranstaltung mehr mit einem Parteitag denn mit Straßenwahlkampf zu tun. Das wird besonders deutlich, als „AKK“ alle nach vorne bittet, die im Europawahlkampf der Union eingebunden seien. Plötzlich lichten sich die Reihen im Publikum.  

Kommentar: Europa ist kein Selbstläufer

Die Union kokettiert damit, die letzte verbliebene Volkspartei in Deutschland zu sein. Gemessen daran waren 2000 Besucher beim zentralen, bundesweit beachteten Wahlkampfauftakt in Münster für die Europawahl ein ordentliches, aber kein überragendes Ergebnis. Wie zu hören ist, wurde bei den CDU-Kreisverbänden in der Region mächtig getrommelt, um eine ausreichende Kulisse für die Auftritte der Polit-Prominenz zu bekommen. Zur Erinnerung: Als Angela Merkel 2017 auf dem Domplatz in Münster sprach, waren es 5000 Besucher, in den Jahren zuvor noch mehr.

Manfred Weber, der Spitzenkandidat der europäischen Konservativen bei der Europawahl und nach der Hoffnung der Union auch der nächste EU-Kommissionspräsident, konnte am Samstag bei seinem Abstecher zum CDU-Stand auf der Stubengasse seine Zuhörer allesamt per Handschlag begrüßen. Der sympathische Europapolitiker aus Bayern, der im Gegensatz zu vielen CSU-Granden auch die leisen Töne beherrscht, dürfte gemerkt haben, dass die viel zitierte neue Begeisterung für Europa kein Selbstläufer ist. Klaus Baumeister

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