Maikundgebung in Münster
Europa nicht den Rechten überlassen

Münster -

Weniger Dumpinglöhne in der EU durch eine grenzüberschreitende Tarifbindung und armutsfeste Mindestlöhne in allen Mitgliedsstaaten: 25 Tage vor den Europawahlen konzentriert sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Münster in seiner Maikundgebung auf eine „richtungsweisende Entscheidung“, so DGB-Stadtverbandschef Peter Mai vor rund 1000 Demonstranten am Mittwochmittag auf dem Stubengassenplatz. 

Mittwoch, 01.05.2019, 16:02 Uhr aktualisiert: 01.05.2019, 17:00 Uhr
Maikundgebung in Münster: Europa nicht den Rechten überlassen
Mit knalligen Farben und kraftvollen Rhythmen für ein soziales Europa: Am "Tag der Arbeit" wurden auch in Münster politische Signale gesetzt. Foto: Helmut Etzkorn

„Die Wahl wird klären, ob Europa auseinander fällt, oder sich nochmal aufrafft und nach vorn blickt“, so Mai in seinem Statement. Trotz vieler ungelöster Probleme sei Europa „eine gute Freundin geworden“, auch wenn sie sich aktuell von Krise zu Krise schleppe. „In vielen Bereichen unseres Lebens hat Europa wichtige Standards gesetzt und damit Fortschritte erzielt  und einen Friedensbeitrag geleistet, den wir gar nicht hoch genug einschätzen können“, meinte Mai.

Integrationsrat fordert mehr Engagement 

Dr. Ömer Lütfü Yavuz vom Integrationsrat der Stadt forderte als Mitveranstalter eines Internationalen Begegnungsfestes, das im Anschluss an die Kundgebung startete, „mehr Engagement von seiner Heimatstadt“. So solle Münster wie andere Kommunen freiwillig Menschen aus weltweiten Flüchtlingslagern aufnehmen und „endlich auch mal eine Amtsleiterstelle mit einem Menschen mit Migrationshintergrund besetzen“.  So etwas sei in vielen anderen Städten „längst selbstverständlich“, meinte Yavuz. Rednerin Tanja Goritschan von der IG Metall Münster warnte davor, Europa den Rechtsradikalen zu überlassen, auch müsse die EU endlich zu einer Sozialunion werden. Und in einem „menschenwürdigen Europa“ müsse, so die einhellige Meinung aller Redner, eine „effektive Seenotrettung unter staatlicher Aufsicht ermöglicht werden“.

Maikundgebung des DGB in Münster

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  • Vor der Mai-Kundgebung auf der Stubengasse startete ein Demonstrationszug vom Hafenplatz aus in die Altstadt. 

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Traditionell mobilisiert die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung am 1. Mai für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne in ganz Deutschland.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Beim Auftakt am Hafen in Münster meldete sich auch ein Vertreter des Bündnis „Platanenpower“ zu Wort und kritisierte das „Desaster Hafencenter“.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Mit bei der Demo dabei: Gewerkschaften, Parteien, Jugendorganisationen, Friedensbündnisse.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Mitunter wurde das Thema Waffenexporte von den Demonstranten auf den Plan gerufen.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Foto: Helmut Etzkorn
  • Foto: Helmut Etzkorn
  • Rund 1000 Leute versammelten sich nach dem Protestmarsch zur Mai-Kundgebung auf der Stubengasse.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Buntes Treiben vor der Bühne. 

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Europa. Jetzt aber richtig!" Der DGB will europäische Antworten auf drängende Probleme ins Zentrum rücken.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Das abschließende Begegnungsfest wurde von Bands musikalisch begleitet. Hier ist die Gruppe "At Midnight" zu sehen.

    Foto: Helmut Etzkorn

Vor dem Treffen in der City startete ein Demonstrationszug vom Hafenplatz aus in die Altstadt. Mit dabei: Gewerkschaften, Parteien, Jugendorganisationen, Friedensbündnisse - aber auch Kritiker. Eine „Alternative Gruppe“ skandierte „100 Jahre DGB tun dem Kapital nicht weh“ und forderte den „Widerstand von unten“. Beim Auftakt am Hafen meldete sich auch „Moses“ Brüggemann vom Bündnis „Platanenpower“ lautstark zu Wort und kritisierte das „Desaster Hafencenter“ und die Abholzung der Bäume an Hansaring. Das Pflegebündnis Münster warnte vor bundesweit 300 000 fehlenden Pflegenden in den nächsten Jahren. Ihre Sprecher Jörg Siegert und Saskia Liese warfen der Regierung Versagen vor und kritisierten die zunehmende „Privatisierung und Ökonomisierung“ von Pflegeeinrichtungen in Deutschland.

Friedlich und zufrieden

Mai war mit der Resonanz sehr zufrieden. Das Wetter spielte mit, daher war auch das abschließende Begegnungsfest mit mehreren Musikbands für ihn ein voller Erfolg. „Es reicht eben nicht, nur bei Facebook den Gefällt mir-Button zu drücken, wenn der DGB demonstriert. Man muss sich aufraffen und mitmachen. Nur das zählt“, meinte die 27-jährige Saskia Mertens aus Amelsbüren. Mit ihren Freundinnen war sie „von Anfang an dabei“, ehe der Maiausklang dann später am Aasee gefeiert werden soll. Laut Polizei blieb es rund um die Kundgebung und den Demonstrationszug friedlich.  

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