Grüne reagieren auf Sozialismus-Debatte
„Die Europawahl zu einer Klimawahl machen“

Münster -

„Wir brauchen jetzt eine intensive Klima-Diskussion und keine Kapitalismus-Diskussion.“ Das betonte Sven Giegold, Spitzenkandidat von Bündnis 90/ Die Grünen für die Europawahl, gegenüber unserer Zeitung zur aktuellen Sozialismus-Debatte, die der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert mit seinen Äußerungen zur Kollektivierung großer Unternehmen angestoßen hat.

Sonntag, 05.05.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 06.05.2019, 19:56 Uhr
Sie wollen die Europawahl zur Klimawahl machen (v.l.) : Anna Maj Bundell, Stephan Orth (Kreisvorstandssprecher) und Sven Giegold.  
Sie wollen die Europawahl zur Klimawahl machen (v.l.) : Anna Maj Bundell, Stephan Orth (Kreisvorstandssprecher) und Sven Giegold.   Foto: hko

Die Grünen „sind nie für eine Verstaatlichung eingetreten“. sagte Giegold. Veränderungen werde es nicht durch Enteignungen geben, die Grünen würden sich dafür im Rahmen der sozialen Marktwirtschaft einsetzen. Der Europa-Politiker und die Kandidatin des Kreisverbandes Münster für das Europaparlament, Anna Maj Blundell, stellten sich am Samstagabend im Bennohaus den Fragen der rund 100 Interessierten. „Wir werden diese Europawahl zu einer Klimawahl machen“, betonten beide Kandidaten. Es gehe nicht darum, alles anders machen zu wollen, sondern zu sagen: „Es geht noch besser.“ Und das bedeute mit Blick auf das Klima, „dass wir nur noch zwölf Jahre Zeit haben, die Emissionen deutlich zu senken.“

Deshalb setzten sich die Grünen auch für mehr Investitionen in die „ökologische Zukunft“ ein. Dazu gehöre zum Beispiel eine konsequente Recycling-Ökonomie, also die Aufbereitung und neue Verwendung von „Abfallprodukten“, um die natürlichen Ressourcen zu schonen. Zur Durchsetzung sei eine Kombination aus marktwirtschaftlichen und rechtlichen Vorgaben notwendig. „Wir müssen lernen, unser Wirtschaftssystem mit niedrigen Wachstumsraten stabil zu halten“, betonte Giegold.

Ziel sollte es sein, dass es den Menschen gut gehe und nicht, „dass wir möglichst hohe Wachstumsraten haben“. Trotz kritischer Betrachtung vieler Themen muss nach Ansicht des Europa-Politikers „mehr positiv darüber gesprochen werden, was in Europa schon geschaffen wurde“. Von Frieden und Freiheit bis zu Bildung und zu sozialen Sicherungssystemen. Das alles müsse verteidigt werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6589296?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker