Kommandowechsel beim Korps
„Es wird nie wieder besser“

Münster -

Drei Jahre lang kommandierte Generalleutnant Michiel van der Laan das Deutsch-Niederländische Korps. Am Donnerstag gibt er das Kommando ab. Leicht fällt dem 53-Jährigen Niederländer der Abschied nicht.

Mittwoch, 08.05.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 09.05.2019, 18:07 Uhr
Michiel van der Laan in seinem Element: Der niederländische General stand drei Jahre lang an der Spitze des Deutsch-Niederländischen Korps. Ob sein Nachfolger ebenso lange bleibt, ist noch offen. General Mais wird bereits jetzt als künftiger Heeresinspekteur gehandelt.
Michiel van der Laan in seinem Element: Der niederländische General stand drei Jahre lang an der Spitze des Deutsch-Niederländischen Korps. Ob sein Nachfolger ebenso lange bleibt, ist noch offen. General Mais wird bereits jetzt als künftiger Heeresinspekteur gehandelt. Foto: Deutsch-Niederländisches Korps

Bei einem Treffen der deutschen und niederländischen Verteidigungsministerinnen, Ursula von der Leyen und Ank Bijleveld-Schouten, in der zweiten Maihälfte in Berlin wird möglicherweise über die Schaffung ei­nes sogenannten „binationalen Füh­­rungsele­men­tes“ gesprochen, sagte ein Ministeriumssprecher auf Nachfrage. Münster ist nach wie vor als Standort für die neue deutsch-niederländische Kommando-Einheit im Gespräch.

Deren Aufbau prüfen das Heer und dessen niederländisches Pendant, die Koninklijke Landmacht, seit ge­­raumer Zeit. Der Auftrag dazu stammt vom In­spek­teur des Heeres, General Jörg Vollmer, und dessen niederländischem Counterpart, Ge­neral Leo Beulen. Beide treffen sich in diesen Tagen zu Gesprächen. Offizieller Anlass: der Wechsel an der Spitze des Deutsch-Niederländischen Korps.

Daumen drauf

Die Blücher-Kaserne an der Einsteinstraße oder die Richthofen-Kaserne am Hohenzollernring: Beide sind derzeit ungenutzt, auf beiden hält der Bund nach wie vor den Daumen. Beide kommen wohl infrage für das neue Truppen-Tool, das künftig ähnliche Aufgaben übernehmen soll wie das Einsatzführungskommando in Potsdam. Von dort werden alle Missionen der Bundeswehr geführt. Dem Vernehmen nach steht Münster bei den Inspekteuren nach wie vor weit oben auf der Liste möglicher Standorte.

Deutschland und die Niederlande rücken seit geraumer Zeit militärisch zu­sam­men und wollen ihre Truppen perspektivisch noch weiter verzahnen. Ihren Anfang nahm die Kooperation mit der Gründung des Deutsch- Niederländischen Korps 1995.

Wehmut klingt mit

Dort steht am Donnerstag ein Wechsel an der Spitze an: Der niederländische Generalleutnant Michiel van der Laan geht, der deutsche Drei-Sterne-General Alfons Mais übernimmt. Van der Laan wird militärischer Vertreter bei der Nato und EU in Brüssel. In den drei Jahren, die der 53 Jahre alte General an der Spitze des Korps stand, hat sich die globale Sicherheitsarchitektur weiter verändert – und das Nato-Hauptquartier in Münster entsprechend mit.

„Es wird nie wieder besser“, sagt van der Laan über seine Zeit in Münster. Da klingt ein bisschen Wehmut mit. Das Korps sei „eine tolle Truppe“, die Kameradschaft gut, so wie der Standort und die Stadt.

Mehr Bedeutung

In der Nato-Hierarchie ist das Korps in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Inzwischen steht es in seiner Bedeutung nur noch knapp unter den bei den großen Nato-Hauptquartiere in Neapel und Brunssum. Derzeit führt es die Schnelle Eingreiftruppe des Bündnisses und steht an der Spitze der Speerspitze – jenen rund 5000 Nato-Solda­ten, die seit 2014 als su­perschnelle Reaktionskräfte bereitstehen.

Für van der Laan ist die militärische Zusammenar­beit zwischen Deutschland und den Niederlanden „einzigartig“ – und weiter ausbaufähig. Aus der anfänglichen Kooperation sei längst eine Inte­gration geworden. „Das führt zu einer deutlich größeren Effektivität“, sagt er. Und die wiederum entscheide – ganz salopp gesagt – am Ende mit „über Gewinnen oder Verlieren“. Van der Laan ist Soldat. Durch und durch.

Fast 25 Jahre Zusammenarbeit

Auch darum birgt das geplante deutsch-niederländische Einsatzführungskommando für den Drei-Sterne-General „ein Rie­sen-Po­ten­zial“. Weil es die logische Fortsetzung einer vor fast 25 Jahren in Münster begonnenen Zusammenarbeit zwischen der Bun­­deswehr und der Koninklijken Landmacht darstellt. Eine Zusammenarbeit, von der übrigens auch Verteidigungsministerin von der Ley­en unlängst noch gesagt hat, dass sie „ein Musterbeispiel“ sei.

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