Auftakttreffen „MSGUA“
Bündnis fordert Wende in der Wohnungspolitik

Münster -

Wohnen nicht als Geschäftsmodell, sondern als Grundrecht und zentrale Aufgabe kommunaler Daseinsvorsorge: Diesen Standpunkt vertritt das neue Bündnis „Münster gehört uns allen!“ (MSGUA). Zum ersten Treffen erschienen immerhin gut 30 Personen.

Mittwoch, 08.05.2019, 22:00 Uhr
Das neue Bündnis „Münster gehört uns allen!“ fordert eine radikale Wende in der städtischen Wohnungspolitik.
Das neue Bündnis „Münster gehört uns allen!“ fordert eine radikale Wende in der städtischen Wohnungspolitik. Foto: pd

Das neue Bündnis heißt „Münster gehört uns allen!“ (MSGUA). Von Politik und Verwaltung der Stadt fordern die Mitglieder eine „radikale Wende“ in der Wohnungspolitik: Wohnen sei kein Geschäftsmodell, sondern „Grundrecht und zentrale Aufgabe kommunaler Daseinsvorsorge“, heißt es.

Bei MSGUA sammeln sich nach eigenen Angaben „Menschen aus linken Wohnprojekten und Initiativen, aber auch politisch engagierte Einzelpersonen“. Am Auftakttreffen nahmen demnach etwa 30 Personen teil. Überall verschärfe sich die Situation, berichteten sie einhellig.

Diskutiert wurden verschiedene Aspekte wie die Wohnraumverdichtung und die Verkehrsproblematik. Auch die weitreichenden Folgen für Menschen, die auf der Straße leben, wurden beleuchtet; ebenso die Schwierigkeiten, inklusive Wohnprojekte zu etablieren.

Sozialer Wohnungsbau, aber nachhaltig

Mehr sozialen Wohnungsbau will die Gruppe wie andere auch, betont dabei aber die Notwendigkeit einer nachhaltigen Politik. Im bislang üblichen Investorenmodell fielen die Sozialwohnungen nach 20 Jahren aus der Förderung. Die mit öffentlichen Mitteln subventionierten Wohnungen würden damit zu Vermarktungsobjekten.

Auch die kommunalen Vergabeverfahren stehen in der Kritik. Die Gemeindeordnung biete Möglichkeiten, Grundstücke unter dem Verkehrswert zu verkaufen, wenn es um soziale Belange gehe. Doch Genossenschaften und Wohnprojektinitiativen hätten bei öffentlichen Ausschreibungen keine Chance, weil die Stadt bislang nicht bereit sei, ihnen im Vergabeverfahren ebenfalls preislich entgegenzukommen.

Erbpacht-Modelle versprechen mehr Einfluss

Besondere Aufmerksamkeit lenkt „MSGUA“ auf die Erbpacht-Modelle einiger Städte. Statt mit ihren Grundstücken wirtschaftlich zu makeln, böte die Verpachtung effektive Einflussmöglichkeiten, was und wie welche Wohnungen auf den vergebenen Flächen entstehen. Erst damit sei eine nachhaltig soziale Stadtplanung realisierbar, heißt es.

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