Landgericht hebt Unterbringung in psychiatrischer Klinik auf
Bewährungsstrafe für Kinderhauser Müllsammler

Münster -

Fängt der Nachbarschaftsstreit wieder von vorne an? Oder hilft die Medikamententherapie, die jetzt gerichtlich angeordnet wurde? Auf jeden Fall zog das Landgericht Münster am Donnerstag einen Schlussstrich unter den Müllsammler-Prozess.

Donnerstag, 09.05.2019, 17:44 Uhr
Mehrmals wurde das vermüllte Grundstück in Kinderhaus im Beisein der Polizei geräumt 
Mehrmals wurde das vermüllte Grundstück in Kinderhaus im Beisein der Polizei geräumt  Foto: Oliver Werner

Der Müllsammler aus Kinderhaus, der mit seiner exzessiven Sammelwut heftige Nachbarschaftskonflikte ausgelöst hat, ist wieder zu Hause.

Das Landgericht Münster verurteilte den Mann am Donnerstag zwar wegen Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Zugleich setzte es die Strafe aber für vier Jahre zur Bewährung aus. Darüber hinaus wurde die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik aufgehoben.

Das Gericht folgte der Einschätzung eines Gutachters, der dem Angeklagten eine Persönlichkeitsstörung und eine verminderte Steuerungsfähigkeiten in Stresssituationen bescheinigte. Die Gefahr, dass den gegenüber den Nachbarn ausgesprochenen, teilweise massiven Drohungen echte Gewalttaten folgen würden, sei aber vergleichsweise gering.

Nachbarn mit versteinerter Miene

Die Nachbarn, die teilweise seit Jahren unter den Müllbergen auf dem Grundstück des Angeklagten leiden, nahmen das Urteil mit versteinerter Miene entgegen.

Im Mittelpunkt des letzten Prozesstages stand ein spezielles Psychopharmakon, dem der Gutachter – bei entsprechender Dosierung – eine positive Wirkung auf den Angeklagten bescheinigte. Bislang hatte sich der Kinderhauser aber hartnäckig geweigert, es zu nehmen. Offensichtlich unter dem Eindruck einer drohenden Freiheitsstrafe, erklärte er sich dann aber bereit, das Medikament zu nehmen. Es beuge Kontrollverlusten vor, so der Gutachter.

Die Verabreichung könne über eine Depotspritze für jeweils drei Wochen erfolgen.

Fall sorgte für Aufsehen

Sich der medikamentösen Therapie zu unterziehen, wurde dem Angeklagten als Weisung vom Gericht auferlegt. Eindringlich forderte der Richter den Müllsammler auf, die Bewährungsauflagen zu befolgen und keine weiteren Drohungen auszusprechen. Ansonsten müsse er seine Haftstraße antreten.

Der Fall am Althausweg hatte in den vergangenen Jahren wiederholt für öffentliches Aufsehen gesorgt. Gleich zwei Mal hatte die Stadt Münster eine Räumung des Grundstückes veranlasst.

 

Stadt lässt vermüllten Garten am Althausweg räumen

1/27
  • Die Stadt lässt den vermüllten Garten am Althausweg seit Mittwochmorgen räumen – als sogenannte Ersatzvornahme. Die Kosten sollen dem Bewohner in Rechnung gestellt werden.

    Foto: jans
  • Die Stadt lässt den vermüllten Garten am Althausweg seit Mittwochmorgen räumen – als sogenannte Ersatzvornahme. Die Kosten sollen dem Bewohner in Rechnung gestellt werden.

    Foto: jans
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Die Stadt lässt den vermüllten Garten am Althausweg seit Mittwochmorgen räumen – als sogenannte Ersatzvornahme. Die Kosten sollen dem Bewohner in Rechnung gestellt werden.

    Foto: jans
  • Die Stadt lässt den vermüllten Garten am Althausweg seit Mittwochmorgen räumen – als sogenannte Ersatzvornahme. Die Kosten sollen dem Bewohner in Rechnung gestellt werden.

    Foto: jans
  • Die Stadt lässt den vermüllten Garten am Althausweg seit Mittwochmorgen räumen – als sogenannte Ersatzvornahme. Die Kosten sollen dem Bewohner in Rechnung gestellt werden.

    Foto: jans
  • Die Stadt lässt den vermüllten Garten am Althausweg seit Mittwochmorgen räumen – als sogenannte Ersatzvornahme. Die Kosten sollen dem Bewohner in Rechnung gestellt werden.

    Foto: jans
  • Die Stadt lässt den vermüllten Garten am Althausweg seit Mittwochmorgen räumen – als sogenannte Ersatzvornahme. Die Kosten sollen dem Bewohner in Rechnung gestellt werden.

    Foto: jans
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Die Stadt lässt den vermüllten Garten am Althausweg seit Mittwochmorgen räumen – als sogenannte Ersatzvornahme. Die Kosten sollen dem Bewohner in Rechnung gestellt werden.

    Foto: jans
  • Die Stadt lässt den vermüllten Garten am Althausweg seit Mittwochmorgen räumen – als sogenannte Ersatzvornahme. Die Kosten sollen dem Bewohner in Rechnung gestellt werden.

    Foto: jans
  • Die Stadt lässt den vermüllten Garten am Althausweg seit Mittwochmorgen räumen – als sogenannte Ersatzvornahme. Die Kosten sollen dem Bewohner in Rechnung gestellt werden.

    Foto: jans
  • Die Stadt lässt den vermüllten Garten am Althausweg seit Mittwochmorgen räumen – als sogenannte Ersatzvornahme. Die Kosten sollen dem Bewohner in Rechnung gestellt werden.

    Foto: jans
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner

 

Ziehen Sie dort weg!

Der Richter zum Angeklagten

Der letzte Rat, den das Gericht dem Angeklagten mit auf den Weg gab: „Ziehen Sie dort weg!“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6600051?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker