Polizei-Bilanz nach Preußen-Spiel
Gästefans vor Café am Hafen überfallen

Münster -

Man kann an der Hammer Straße in die 2. Fußball-Bundesliga aufsteigen. Wie das geht, zeigte heute der Karlsruher SC beim Auswärtsspiel gegen den SC Preußen Münster. Die Bilanz der Polizei gibt aber wenig Grund zur Freude.

Samstag, 11.05.2019, 18:45 Uhr aktualisiert: 12.05.2019, 14:50 Uhr
Polizei-Bilanz nach Preußen-Spiel: Gästefans vor Café am Hafen überfallen
Fans des KSC stürmten nach dem Spiel gegen Preußen Münster den Rasen im Stadion an der Hammer Straße. Foto: Jürgen Peperhowe

Am Samstagvormittag (11. Mai) waren die Fans des Karlsruher SC rechtzeitig zur Drittliga-Begegnung mit dem SC Preußen nach Münster aufgebrochen. Lange vor dem Spielbeginn besuchten Fans aus dem Badischen ein Café am Hafen. Kurz nach 11 Uhr stürmten mehr als 20 vermummte, junge Männer die Terrasse des Cafés, rissen eine aufgehängte Fanfahne des Karlsruher SC ab und griffen die Fans an, teilt die Polizei mit.

Ein 60-jähriger Fan aus Karlsruhe versuchte demnach, die Fahne an sich zu ziehen, erhielt einen Faustschlag gegen den Kopf und ging zu Boden. Am Boden liegend trafen ihn mehrere Tritte der Angreifer. Nachdem weitere Karlsruhe-Fans aus dem Café zur Hilfe kamen, flüchteten die Täter.

Täter waren Preußen-Ultras

Polizisten ergriffen im Hafenbereich und am Hansaring insgesamt 29 Personen im Alter von 19 bis 27 Jahren, die zum Teil die Vermummung bereits abgelegt hatten. Alle überprüften Täter gehören den Ultras des SC Preußen Münster an. Fünf Ultras mussten die Zeit während des Spiels im Gewahrsam verbringen. Es bestand die Gefahr, dass sie im Stadion erneut Straftaten begehen, so die Polizei.

 

SC Preußen Münster – Karlsruher SC

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  • Nachdem der Aufstieg ihrer Mannschaft feststeht, stürmen KSC-Fans das Spielfeld im Preußenstadion.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der Karlsruher Anhang feiert, bis es qualmt.

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  • Verletzungspause nach einem Zusammenprall.

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  • Ratlose Gesichter bei Kevin Rodrigues Pires, Niklas Heidemann, René Klingenburg und Moritz Heinrich.

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  • Ole Kittner beim Gedankenaustausch mit Schiedsrichter Lasse Koslowski.

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  • Auch Trainer Marco Antwerpen ist nicht zufrieden mit dem Schiedsrichtergespann.

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  • Sandrino Braun und Kevin Rodrigues Pires müssen nach dem 0:2 den Torjubel der Karlsruher ertragen.

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  • René Klingenburg im Duell mit Alexander Groß.

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  • Unverständnis für eine Entscheidung des Unparteiischen.

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  • Der Führungstreffer der Gäste ...

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  • ... durch Marvin Pourié.

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  • Karlsruher Aufstiegsjubel.

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  • SCP-Coach Marco Antwerpen gratuliert KSC-Trainer Alois Schwartz.

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  • Rufat Dadashov beim Kopfballduell mit zwei KSC-Spielern.

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  • Freude bei den Karlsruhern.

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  • Das Oldie-Team des SC Preußen mit Trainer Helmut Horsch.

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  • Vor dem Anpfiff: Ehrung aller Spieler, die den Verein verlassen werden.

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  • KSC-Aufstiegsfreude.

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  • Polizeikräfte versuchen, für Ordnung zu sorgen.

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  • Karlsruher Fans, zunächst auf dem Zaun, ...

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  • ... dann kurz vor dem Platzsturm.

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  • Der scheidende SCP-Trainer Marco Antwerpen.

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  • KSC-Fans duellieren sich mit Polizisten.

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Anlässlich der Begegnung hatten sich etwa 850 Gästefans rund um den Hafenplatz versammelt. Von dort startete gegen 11.40 Uhr ein angekündigter Fanmarsch der Unterstützer des Karlsruher SC in Richtung Stadion. Sowohl während des Fanmarsches als auch im Stadion entzündeten einige Fans Rauchtöpfe und Bengalos. Die Ermittlungen zu den entsprechenden Strafverfahren sind eingeleitet. Die Polizei war nach Angaben eines Polizeisprechers mit mehreren Hundert Einsatzkräften vor Ort.

Balljunge leicht verletzt

Nachdem der Aufstieg des Sportclubs aus Karlsruhe feststand, betraten mehrere hundert Anhänger der Baden den Rasen und feierten ihre Mannschaft. Wie mit dem Verein abgesprochen, habe man ein Stufenkonzept angewendet, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage unserer Zeitung. Erst habe man den Rasen mit Ordnern gesichert, dann mit einer lockeren Polizeiformation. Im Freudentaumel habe man die Fans dann bis zur Mittellinie gewähren lassen, so der Sprecher, der betonte, dass das Stürmen des Rasens aber grundsätzlich untersagt sei.

Als die KSC-Fans den Rasen stürmten, wurde ein 13-jähriger Balljunge leicht verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden. Die genaue Ursache für die Verletzung müsse noch geklärt werden, heißt es abschließend.

Sitze aus Auswechselbank gerissen

Außerdem seien bei dem Platzsturm Sitze einer Auswechselbank herausgerissen worden, wie ein Sprecher des SC Preußen mitteilte. Ob auch LED-Werbebanden zu Schaden kamen, müsse erst geprüft werden. Eine Schätzung der Schäden, wie in Medienberichten zu lesen war, gebe es bisher nicht, so der Sprecher.

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