Gottesdienst vor der Heilig-Kreuz-Kirche
200 Gläubige eröffnen Kirchenstreik "Maria 2.0"

Münster -

Vor der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Münster haben am frühen Abend etwa 200 Gläubige – darunter vor allem Frauen – einen Kirchenstreik begonnen. Aus Protest gegen den Missbrauch in der Kirche und die von Männern beherrschten Strukturen feierten die in weiß gekleideten Initiatorinnen von „Maria 2.0“ einen Gottesdienst, in dem sie selbst das Brot miteinander teilten, das Evangelium vorlasen und sich gegenseitig den Segen gaben.

Samstag, 11.05.2019, 20:13 Uhr aktualisiert: 11.05.2019, 20:51 Uhr
Gottesdienst vor der Heilig-Kreuz-Kirche: 200 Gläubige eröffnen Kirchenstreik "Maria 2.0"
Foto: Pjer Biederstädt

„Was der Kirche entgeht an Berufung, an Leidenschaft und Spiritualität, das möchten wir ihr endlich zukommen lassen“, sagte Lisa Kötter, die zu den Gründerinnen der Initiative gehört, während der Feier.

Der Streik soll eine Woche dauern. In dieser Zeit wollen die Frauen zeigen, dass sie in der Kirche oft außen vor sind, indem sie keine Gotteshäuser betreten und sich zum Beispiel an der Vorbereitung von Gottesdiensten nicht beteiligen.

Von Resonanz überrascht

Die Initiative ist von der großen Resonanz auf „Maria 2.0“ völlig überrascht. Nicht nur überall in Deutschland beteiligen sich Frauen an dem Projekt. Auch über die Grenzen hinaus gibt es ähnliche Veranstaltungen.

Auftakt zum Kirchenstreik "Maria 2.0" in Heilig-Kreuz-Gemeinde

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  • Lisa Kötter (l.) und Andrea Voß-Frick feierten mit rund 200 Gläubigen vor der Heilig-Kreuz-Kirche einen Gottesdienst.

    Foto: Stefan Werding
  • Während der Feier teilten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Brot und wünschten sich den Frieden.

    Foto: Stefan Werding
  • Zu Beginn der Feier verteilen die Gläubigen Blumen und Brot auf einem Tisch.

    Foto: Stefan Werding
  • Während der Feier teilten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Brot und wünschten sich den Frieden.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Rund 200 Gläubige kamen am Samstagabend vor die Heilig-Kreuz-Kirche.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Das Medieninteresse war groß: Mehrere Kamerateams und Fotografen kamen ins Kreuzviertel.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Foto: Pjer Biederstädt
  • Foto: Pjer Biederstädt
  • Foto: Pjer Biederstädt
  • Foto: Stefan Werding, Pjer Biedersädt

Lisa Kötter ist jetzt schon überzeugt, dass durch die Aufmerksamkeit viel angestoßen worden sei, das sich nicht mehr zurückdrehen lasse. „Mein Herz hüpft, weil ich an den vielen Zuschriften und Telefonaten sehe, dass Zehntausende Menschen mitmachen“, sagte sie nach der Feier.

Am Sonntag (12. Mai) geht der Protest der Frauen um 11 Uhr mit einer Mahnwache auf dem Domplatz in Münster weiter.

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